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Gesundheitswesen
So will das Land kleine Kliniken in der Region erhalten

 Das Krankenhaus in Saarburg
Das Krankenhaus in Saarburg FOTO: Portaflug Föhren
Mainz/Trier. Die Zahl der Krankenhausplätze soll nur leicht reduziert werden. Die medizinische Versorgung für ältere Patienten wird ausgebaut. In Saarburg entsteht eine neue psychiatrische Abteilung. Von Bernd Wientjes

Alle zehn Krankenhäuser in der Region sollen in den nächsten Jahren erhalten bleiben. Die Zahl der Klinikbetten soll insgesamt leicht reduziert werden, von derzeit 3392 auf 3367. Gleichzeitig soll das Angebot für Altersmedizin (Geriatrie) in der Region ausgebaut werden. Das geht aus dem neuen, bis 2025 geltenden Krankenhausplan hervor, den die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) in Mainz vorgestellt hat.

Es soll sichergestellt werden, dass Patienten weiterhin in maximal 30 Minuten ein Krankenhaus erreichen können, Geburtshilfen in bis zu 40 Minuten. Nach der Schließung der Abteilung im Dauner Krankenhaus Ende des Jahres gibt es in der Region Geburtshilfen nur noch in Bitburg, Wittlich und Trier.

Auch die bisher bestehenden Notaufnahmen sollen erhalten bleiben. Patienten mit Herzinfarkt sollen aber künftig nur noch in Kliniken behandelt werden, die über einen Herzkatheter, mit denen das Herz untersucht und mögliche Gefäßverengungen beseitigt werden können, verfügen. In der Region gibt es diese im Trierer Brüderkrankenhaus, in Bitburg und in Wittlich.

Das Land gibt eine Bestandsgarantie für kleinere Krankenhäuser, auch wenn sich diese nicht ko­stendeckend finanzieren können, wie etwa das Saarburger Krankenhaus. Der Kreis Trier-Saarburg muss als Träger in diesem Jahr 4,7 Millionen Euro zuschießen, um die Klinik zu erhalten. Der Krankenhausplan sieht vor, dass in dem Kreiskrankenhaus eine zusätzliche Psychiatrie mit 60 Betten eingerichtet wird.

Um kleinere Krankenhäuser dauerhaft zu erhalten, sollen sie mittelfristig zu sogenannten Gesundheitszentren ausgebaut werden. Dort sollen dann Krankenhausärzte und niedergelassene Mediziner zusammenarbeiten. Solche Zentren werden derzeit in Neuerburg (Eifelkreis Bitburg-Prüm) und Traben-Trarbach (Bernkastel-Wittlich) aufgebaut. Hilfreich sei es auch, sagte Ministerin Bätzing-Lichtenthäler, wenn kleinere Kliniken mit anderen kooperierten, etwa das Prümer Krankenhaus mit dem im belgischen St. Vith.

Den Krankenkassen geht der Krankenhausplan nicht weit genug. Sie fordern einen deutlicheren Bettenabbau. Ein vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebenes Gutachten riet zu einer Reduzierung von 2600 Betten. Der stattdessen geplante Abbau von landesweit 223 Betten sei ein „falsches Signal“, heißt es in einer Mitteilung der gesetzlichen Krankenkassen. „Wir sind gegen die Zementierung unwirtschaftlicher Strukturen“, sagte die Chefin der AOK Rheinland-Pfalz, Martina Niemeyer, unserer Zeitung. Das Angebot müsse sich nach dem medizinischen Bedarf der Menschen richten „und nicht nur nach den finanziellen Ansprüchen der Häuser“.

Die CDU-Landtagsfraktion fordert, das Land müsse pro Jahr 30 Millionen Euro zusätzlich für 77 Kliniken im Land zur Verfügung stellen.

Geringer Abbau von Klinikbetten - Kassen kritisieren Krankenhausplan