1. Region

Streifzug mit vielen sehenswerten Stationen

Streifzug mit vielen sehenswerten Stationen

Es sind Sehenswürdigkeiten, die nicht immer sofort ins Auge fallen. Aber Hermeskeil kann sich einer Vielzahl an Skulpturen rühmen, die das Prädikat „künstlerisch wertvoll“ verdienen. Über 30 Brunnen, Gedenksteine, Figurengruppen, Spiel- und Sonnenuhren lassen sich bei einem Rundgang durch die Stadt entdecken.

(ax) In den zurückliegenden Wochen ist in der Debatte ums Stadtmarketing ein Schlagwort häufig gefallen. Hermeskeil sei eine „Stadt der Skulpturen“, meint der neue Stadtbürgermeister Udo Moser. „Wir haben damit ein Alleinstellungsmerkmal zu bieten, das stärker ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden sollte.“

Tatsache ist: Über die ganze Stadt verteilen sich über 30 Kunstwerke, die häufig in enger Beziehung zu Hermeskeils Historie stehen. Das gilt etwa für das 1993 geschaffene Nagelschmiede-Denkmal an der „Alten Brauerei“. Die Steinmetzarbeit erinnert an ein heute ausgestorbenes Handwerk: das Anfertigen von Schuh- und Spezialnägeln. Damit haben bis Mitte des 20. Jahrhunderts viele Menschen im Hochwald ihr Geld verdient.

Erinnerungsstützen und Erkennungszeichen

In der Martinusstraße ist eine Menoratafel angebracht, die den Standort der ehemaligen Synagoge markiert. Vor der Kreissparkasse reckt der Vater einer Figurengruppe das „Erkennungszeichen“ der Einheimischen schlechthin in die Höhe. Die Rede ist vom „Hermeskeiler“, dem bekannten Spazierstock. Mit ihm legten einst die Männer aus dem Hochwald den Fußweg nach Türkismühle zurück, um von dort mit der Eisenbahn zu ihrem Arbeitsplatz in den saarländischen Bergwerken aufzubrechen.

Zwar hat bereits vor einigen Jahren eine städtische Arbeitsgruppe unter Mithilfe des Heimatvereins eine Karte veröffentlicht, auf der drei Rundwege eingezeichnet sind. Dazu gab es auch ein Begleitheft mit Informationen über die Skulpturen. Aber wenn diese Broschüre Abnehmer findet, sind das in erster Linie auswärtige Gäste, weiß Herbert Schindler, Leiter der Tourist-Information aus Erfahrung.

Weitgehend unbekannte Geschichten hinter der Kunst

Viele, die in Hermeskeil wohnen, laufen hingegen Tag für Tag achtlos an „versteckten“ Kunstwerken oder Denkmälern vorbei, ohne zu wissen, was sie darstellen und welche Geschichte sich mit ihnen verbindet. „Gerade den Einheimischen ist es meist gar nicht bewusst, wie viele Sehenswürdigkeiten es in Hermeskeil gibt“, bedauert Schindler.

An einem Geschäftshaus am Donatusplatz hängt beispielsweise eine Spieluhr, deren drei Figuren sich zu jeder vollen Stunde bewegen. Nach der Neugestaltung des Stadtparks soll sich der momentan in der Kaserne zwischengelagerte Otter aus Bronze schon bald wieder am angestammten Platz niederlassen.

Bezeichnenderweise direkt neben der Volksbank steht seit 1988 eine Figurengruppe, deren Blickfang die gestikulierende Großmutter ist, die einen veralteten Sparstrumpf in der Hand hält, während der Enkel mit dem dicken Sparschwein auf dem Arm zu ihr hinaufschaut. Vor der Realschule und auf dem Pausenhof des Gymasiums stehen Sonnenuhren.

Ein künstlerisch anspruchsvoll gestalteter Brunnen befindet sich nicht nur vor dem Rathaus, wo aus dem Schaft 13 Quellen als Sinnbild für den Wasserreichtum im Hochwald entspringen. Auch der „Stölpe-Pater-Brunnen“ in der Saarstraße ist ein kleines Schmuckstück. Auf dem drei Meter hohen Basaltstein ist ein Relief eingelassen, das zeigt, wie der im 19. Jahrhundert in Hermeskeil wirkende Geistliche einem armen Kind ein Brot reicht.

Religiöse Skulpturen vom Marktkreuz bis zur "Stalingrad-Madonna"

Skulpturen mit religösen Motiven finden sich in der Stadt noch an vielen anderen Stellen. Beispiele sind das Marktkreuz und das St. Martin-Standbild, die beide der Hermeskeiler Bildhauer Matthias Müller geschaffen hat. Im Pfarrhausgarten steht die vom früheren Pator Otfried Stertenbrink gestaltete Skulptur „Der eine wartet auf den anderen“, direkt nebenan hinter der Martinuskirche wurde 1956 mit der „Stalingrad-Madonna“ ein Mahnmal für den Frieden aufgestellt.

Die modernste und vielleicht auffälligste Skulptur im Stadtbild ziert schließlich seit Ende 2006 den Kreisel am Bahnhof. Dort hat der Eifeler Bildhauer Christoph Mancke aus rostbraunem Corten-Stahl ein Monument gestaltet, das das „Tor zum Hochwald“ symbolisieren soll.