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Täter gefasst, Mörder nicht

Täter gefasst, Mörder nicht

Vorläufiges Ende einer spektakulären Mördersuche im Hochwald: Der Verfasser der Briefe, in dem ein Unbekannter sich zu zwei Morden von 1962 und 1970 bekennt, ist gefasst. Es handelt sich aber nicht um den Mörder.

Weiskirchen. (wie) Die Ermittler waren sich noch vor zwei Wochen sicher: "Wir bekommen ihn." Zumindest, was den Verfasser der seit drei Jahren an die Polizei geschickten Briefe angeht, sollte sie recht behalten. Doch den Mörder einer 1962 bei Bielefeld gefundenen 13-Jährigen und einer acht Jahre später bei Ulm entdeckten 29 Jahre alten Prostituierten haben sie nicht ermittelt. Bis vorgestern waren sich die Fahnder sicher, dass der Briefeschreiber und der Frauenmörder identisch sind. In den handschriftlich verfassten Briefen gab der Unbekannte Detailwissen preis, das nur der Täter haben konnte, glaubten die Ermittler. Und sie waren sicher, dass er aus dem Hochwald-Kurort Weiskirchen (Merzig-Wadern) kommen muss. Auch dass es sich bei dem Briefeschreiber um einen Rentner handeln muss, galt für die Polizei als sicher. Zumal Gutachter herausgefunden haben wollten, dass es sich bei der Handschrift in den Briefen um die eines älteren Mannes handelt. 5000 Männer über 65 Jahren aus dem Hochwald sollten daher zu einem Gentest geladen werden (der Trierische Volksfreund berichtete).

Vorgestern nahm die Polizei den Briefeschreiber in einer psychiatrischen Klinik fest: einen 34-jährigen, psychisch Kranken aus Weiskirchen, der sich mit den Briefen wichtig machen wollte, aber nicht der Mörder ist. In seiner Wohnung fand die Polizei unter anderem Aufzeichnungen alter XY-Sendungen, in denen über die beiden Morde berichtet wurde.
Auf die Spur sind sie ihm durch einen Briefträger gekommen, der die bei der Fahndung veröffentlichte Handschrift des Mannes auf einer von ihm zugestellten Postkarte wieder erkannte.