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TBB Trier muss sparen: Spieler verzichten auf Geld

TBB Trier muss sparen: Spieler verzichten auf Geld

Die Finanzkrise hat auch den Basketball-Bundesligisten TBB Trier erreicht. Spieler und Mitarbeiter haben sich bereit erklärt, auf zehn Prozent der Gehälter zu verzichten, um die finanzielle Situation in den Griff zu bekommen. Grund dafür ist laut TBB die Finanzkrise: So seien nicht alle Sponsoren ihren Verpflichtungen nachgekommen.

(AF) Der Basketball in der Region solle nachhaltig abgesichert werden, sagt TBB-Manager Hermeling bei einer Pressekonferenz am Freitagmittag. Das Konzept, das noch den Arbeitstitel „Meine TBB“ trägt, soll vorsehen, dass der Kreis der Gesellschafter ausgebaut wird. Bislang hat die TBB GmbH sieben Gesellschafter – darunter Luxemburger und Engländer, aber keinen Trierer.

Um stärkeren regionalen Bezug herzustellen, sollen nun auch Trierer in die Gesellschaft hinzukommen. Die Gesellschaft hat dabei derzeit hohe Verbindlichkeiten (beim letzten veröffentlichten Jahresabschluss waren es fast 1,1 Millionen Euro), die durch die Gesellschafter abgesichert werden („qualifizierter Rangrücktritt“). So stand allein im Geschäftsjahr 2007/08 – es war die Saison, in der Trainer Joe Whelton entlassen wurde – ein Fehlbetrag von 363.726 Euro in der Bilanz.

Die TBB hatte sich im Februar 2009 mit Wirtschaftsexperten zusammengesetzt, um ein „tragfähiges Konzept“ für die Zukunft des Trierer Basketballs zu entwickeln. Der strategische Berater der TBB, Ralph P. Moog, verweist auf ein Kernproblem: Dass vorangegangene Spielzeiten mit einem Minus abgeschlossen wurden, das dann von „Mäzenen“ (= den Gesellschaftern) gedeckt werden mussten: „Das bedeutet, dass man sehr abhängig ist“, sagt Moog. Das solle sich ändern.

Konkret bedeutet das: Am Saisonende soll kein dickes Minus mehr stehen. Als Schritt dahin lässt sich die Reduzierung der Spieler-, Trainer- und Mitarbeiter-Gehälter verstehen. Laut Hermeling hat sich jeder Angestellte bereit erklärt, auf einen bestimmten Betrag zu verzichten. TBB-Kapitän James Gillingham konkretisiert, dass es sich um jeweils 10 Prozent handeln soll.

Die bisherigen Gesellschafter sollen dabei laut Hermeling an Bord bleiben. Bei der Pressekonferenz in Trier war kein Gesellschafter dabei. Zu den Gesellschaftern mit größerem Einfluss zählen der Luxemburger Patrick Hansen, der englische Rechtsanwalt Graham Wilson (arbeitet in Luxemburg). Einen kleineren Anteil hat zudem der TBB-Scout Mike Wolter (Luxemburg).

Potenzielle neue Kandidaten für die Gesellschaft seien bereits angesprochen worden (Hermeling: „Wir haben etwa mit 20 Personen geredet“). Ein „Neuzugang“ bei der GmbH wurde aber noch nicht vorgestellt. Für TBB-Kapitän Gillingham ist der freiwillige Verzicht auf Teile des Lohns ein klares Bekenntnis zu Trier: „Wir wollen damit unsere Verbundenheit ausdrücken. Zudem möchten wir ein Zeichen setzen, denn wir glauben, dass es sich für den Basketball in Trier zu kämpfen lohnt.“

Extra

Auch das noch: Schweinegrippe

Sämtliche Spieler sollen trotz Gehaltsein bußen auch künftig für die TBB auf Korbjagd gehen: Aber beim Auswärtsspiel am Samstag
in Ulm wird das nicht gehen: Die Schweinegrippe hat Einzug gehalten bei der TBB. Erkrankt sind Jamal Shuler, Maksym Shtein, Miladin Pekovic, voraussichtlich auch Kapitän James Gillingham als auch Co-Trainer Frank de Meulemeester. „Wir hatten eine schwere Trainingswoche“, klagt Trainer Yves Defraigne: „Zwei oder drei Spieler haben immer gefehlt.“ Aufgefüllt wird der Rumpfkader der Trierer durch Nachwuchsspieler. Spielbeginn in Ulm ist um 19 Uhr. (AF)