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Testen um zu lockern

Corona-Strategie : Testen, um zu lockern

Durch regelmäßige Corona-Schnelltests soll es mehr Perspektiven für Öffnungen geben. Doch noch fehlt es an einer Teststrategie.

Schneller impfen, mehr testen. Mit diesem Gleichklang soll der Weg aus dem Lockdown geebnet werden. Es ist davon auszugehen, dass bei den heutigen Beratungen zwischen Bund und Ländern über die Corona-Maßnahmen weitere Öffnungsschritte an die Ausweitung von Corona-Schnelltests geknüpft werden. Möglicherweise darf man nur noch dann in Geschäfte, Restaurants oder Kinos, wenn man einen negativen Test vorweisen kann. „Es ist richtig, dass wir uns im Land nun vorsichtig aus dem Lockdown herausbewegen. Schnelltests können sinnvoll sein, um Wege aus diesem Szenario zu finden, welches uns alle belastet“, sagt der Präsident der Landesärztekammer Günther Matheis.

Das breite Testen und die Verwendung von FFP2-Masken hätten „einen wichtigen und positiven Effekt,  wenn sie richtig angewendet werden“, sagt Tim Piepho. Er ist Chef der Intensivmedizin im Trierer Brüderkrankenhaus. Allerdings müssten die Tests  korrekt durchgeführt sein: „Für die momentan verfügbaren Antigen-Schnelltests müssen für ein korrektes Ergebnis auch mal Tränen fließen“, sagt der Mediziner.   Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD)  fordert eine Verständigung über eine Teststrategie. In Rheinland-Pfalz funktioniere die Test-Infrastruktur. „Wir sind ab Montag bereit, wenn endlich vom Bundesgesundheitsminister mehr kommt als nur Ankündigungen.“ 1472  Angehörige der Blaulichtfamilie hätten sich als Helfer in regionalen Testzentren, wie sie unter anderem in Trier oder Bitburg entstehen sollen. Ab kommende Woche könnten dort Schnelltests durchgeführt werden. Falls sich Bund und Länder heute auf eine solche Strategie einigen und falls es ausreichend Schnelltests gibt.

Laut Bundesgesundheitsministerium soll Jedermann  zweimal wöchentlich kostenlos einen Schnelltest durch geschultes Personal machen lassen können – etwa in Testzentren, Praxen oder auch Apotheken.

Diese bieten bereits seit Ende vergangenen Jahres an, sich auf Corona testen zu lassen. Doch das sei nicht in allen Apotheken möglich, sagt Frank Eickmann, Sprecher des rheinland-pfälzischen Apothekerverbandes. Er dämpft damit die Erwartungen, die durch die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geweckt wurden, dass man sich jederzeit und flächendeckend in Apotheken testen lassen könne. Dies sei nur dort möglich, wo es auch die entsprechenden Räume dafür gebe, sagt Eickmann. Aus Infektionsschutzgründen könnten die Tests nicht dort durchgeführt werden, wo Arzneimittel verkauft würden. Auch müsste das Personal, dass die Tests mache, in Vollschutz arbeiten und stünde daher nicht für die Beratung und den Verkauf zur Verfügung. Apotheken, die die Tests anbieten würden, bräuchten daher mehr Personal, so der Verbandssprecher. Daher würde es dieses Angebot nicht in allen Apotheken geben könne. Und dort, wo die Tests angeboten würden, könnte diese nur nach vorheriger Terminvereinbarung erfolgen.

Man warte nun gespannt auf die Teststrategie, sagt Eickmann. Neben der Frage der Honorierung müsse auch geklärt werden, wie überprüft werden soll, ob die Person, die sich testen lassen wolle, nicht schon öfter als zweimal in der  Woche getestet worden sei und damit das Kontingent erfüllt sei. „Es sind also noch viele Fragen offen“, sagt Verbandssprecher Eickmann.