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Trier: Förderverein Mattheiser Wald e. V. löst sich auf - Vermögen fließt an Tierschutzverein

Die Jahreshauptversammlung hat die Auflösung des Fördervereins Mattheiser Wald e.V. beschlossen. Die wesentlichen Ziele sind erreicht worden, sagte die Gründerin und langjährige Vorsitzende Gisela Schmidt.

Mission erfüllt, alle Ziele erreich - vor diesem Hintergrund habe sich die Frage gestellt, ob die Vereinstrukturen weiter aufrechterhalten werden sollten, so Schmidt.
Der Förderverein war im Mai 2004 gegründet worden, um Informations- und Aufklärungsarbeit über die Pflanzen- und Tierwelt im größten Trierer Naturschutzgebiet zu leisten. Gisela Schmidt und ihre Mitstreiter haben erreicht, dass rund 450 Hektar und damit der größte Teil des ehemaligen militärischen Übungsareals nach dem Abzug der französischen Streitkräfte zunächst als Naturschutzgebiet und dann im Jahr 2005 auch als Fauna Flora Habitat (FFH) ausgewiesen wurde. Die engagierte Triererin hatte auf eigene Kosten Gutachten erstellen lassen und gemeinsam mit Aktivisten aus mehreren Umwelt- und Naturschutzverbänden in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die ökologische Bedeutung des Mattheiser Waldes schaffen können. In dem Gebiet, das an die Stadteile Mariahof und Feyen angrenzt, leben seltene und schützenswerte Tiere wie der Kammmolch und die Gelbbauchunke, aber auch Wildkatzen halten sich dort auf.
Von Beginn an hatte sich der Verein gegen den Bau eines Handwerker- und Gewerbeparks im Mattheiser Wald ausgesprochen. „Wir werden diese Entwicklung weiterhin kritisch begleiten“, kündigten Gisela Schmidt und Patrick Jaskowski, zuletzt kommissarischer Vorsitzender des Vereins, an. Schließlich habe sich an der Ablehnung des Standorts für den Handwerkerpark aus Sicht der Naturschützer nichts geändert, stellte Jaskowski klar. Dass das Gewerbegebiet direkt an ein FFH-Gebiet angrenzen soll, werde auf jeden Fall Auswirkungen auf die Flora und Fauna des Mattheiser Walds haben. Das sah das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz anders und bescheinigte dem geplanten Handwerkerpark, er sei keine Bedrohung für Flora und Fauna (der TV berichtete)
Nach der Auflösung des Vereins fließt dessen Vermögen, immerhin knapp 2500 Euro, nun satzungsgemäß an den „Tierschutzverein Trier und Umgebung e.V.“ Andreas Lindig, zweiter Vorsitzender des Tierschutzvereins, dankte Gisela Schmidt und ihren Mitstreitern für ihre Unterstützung. Das Geld solle vor allem einer verstärkten Kinder- und Jugendarbeit, die auch und vor allem Fragen des Naturschutzes behandeln werde, zugute kommen, kündigte er an.