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Trier: Kirchenglocken mitten in der Nacht - was war nach Ostern los?

Kirche : Wenn mitten in der Nacht plötzlich die Glocken läuten: Kurioser Vorfall in Trier

Was war denn da in der Nacht von Montag auf Dienstag in Trier los? Mehrere Volksreund-Leserinnen und -Leser berichteten von plötzlichem Glockengeläut mitten in der Nacht. Hier gibt‘s die Auflösung:

Großer Auftritt für vier Kirchenglocken in Trier-Nord in der Nacht von Ostermontag auf Dienstag: Nachdem die Glocken in vielen Kirchen der Region über das Osterwochenende bekanntlich schweigen mussten – von Gründonnerstagabend bis in die Osternacht fliegen sie jedes Jahr, wie es heißt, nach Rom – dachten sich die vier Glocken der katholischen Kirche St. Ambrosius am frühen Dienstagmorgen: jetzt erst recht!

Zwischen 1 und 2 Uhr war‘s vorbei mit der Ruhe rund um Thyrsus- und Franz-Georg-Straße im Norden der Stadt: Dann legten „Ambrosius“, „Maria“, „Elisabeth“ und „Schutzengel“ – so die Namen der Glocken des Gotteshauses, wie die zuständige Pfarrei St. Paulin auf ihrer Homepage erläutert – mal so richtig los, und das für mehrere Minuten.

Wie gleich mehrere Leserinnen und Leser dem Volksfreund am Dienstag berichten, war das Geläut selbst in der Innenstadt noch zu hören. Ein Leser, der unweit des Hauptmarkts wohnt und seinen Namen lieber nicht verraten möchte, erzählt: „Ich war total überrascht, als ich das Geläute gehört habe. Dachte mir dann aber, dass es bestimmt noch etwas mit Ostern zu tun hat oder irgendwas mit dem Papst ist.“

Glockengeläut am Dienstag nach Ostern, noch dazu mitten in der Nacht? Nachfrage beim Bistum Trier: Was war da los? Inge Hülpes von der Pressestelle sorgt für Aufklärung: „Es handelte sich um einen technischen Defekt in der Kirche St. Ambrosius.“ Die Glocken hätten mitten in der Nacht plötzlich zu läuten begonnen. „Wir haben das Problem so schnell wie möglich behoben und die Glocken wieder zum Schweigen gebracht.“ Dem Bistum, so betont Hülpes, tue der nächtliche Vorfall „sehr leid“.

Übrigens, zum Abschluss noch ein bisschen Fachwissen für Glocken-Insider: Ihren ersten Auftritt, den hatten „Ambrosius“, „Maria“, „Elisabeth“ und „Schutzengel“ an Heiligabend 1961. Damals, so ist es auf der Internetseite der Pfarrei St. Paulin nachzulesen, läuteten die vier um 17 Uhr zum ersten Mal.

In den Jahren zuvor sei die Anschaffung einer Glocke an der Kostenfrage gescheitert. Daher habe sich die Pfarrei bis zum Jahr 1961 mit einem kleinen Glöckchen ausgeholfen, das in der Kirche hing. Dann aber kamen „Ambrosius“, „Maria“, „Elisabeth“ und „Schutzengel“ – mit ihrem wohl bisher größten Auftritt am frühen Dienstagmorgen des Jahres 2022.