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Trier: Mehr Verletzte und Tote auf den Straßen der Region

Übel zugerichtet sieht dieses Auto nach einem Unfall zwischen Wittlich-Neuerburg und Bausendorf aus. Zwei Fahrzeuge waren in den Unfall verwickelt Foto: Marion Maier
Übel zugerichtet sieht dieses Auto nach einem Unfall zwischen Wittlich-Neuerburg und Bausendorf aus. Zwei Fahrzeuge waren in den Unfall verwickelt Foto: Marion Maier
Während für die Verkehrsunfallzahlen des Jahres 2005 landesweit ein Rückgang zu verzeichnen ist, sind die Zahlen im Polizeibezirk Trier trotz Intensivierung der polizeilichen Kontrollmaßnahmen zur Verkehrsunfallbekämpfung angestiegen. 524-mal krachte es öfter als im Vorjahr.

Nach der positiven Entwicklung im Jahr 2004 hat sich die Gesamtzahl der 2005 registrierten Unfälle um 524 Unfälle oder 2,6 Prozent auf 20.839 erhöht. Trotz dieses Anstiegs liegen die Unfallzahlen 2005 noch unter den Werten des Jahres 2003. Auf den Autobahnen in der Region nahmen die Unfallzahlen um 45 auf 994 Unfälle zu. Die Zahl der Wildunfälle im Bereich des polizeipräsidiums Trier stieg mit 4,5 Prozent deutlich auf 5162 an.

Mehr Verletzte und Verkehrstote auf den Straßen der Region

"Sehr bedauerlich ist der Umstand, dass der Anstieg der Unfallzahlen auch die Verkehrsunfälle betrifft, bei denen es zu Personenschäden (ambulante bzw. stationäre Behandlung) gekommen ist", heißt es in der Mitteilung des Präsidiums. Bei 2.786 Unfällen kamen Menschen zu Schaden; das sind 32 mehr als im Vorjahr und bedeutet eine Zunahme um 1,2 Prozent. Während die Zahl der Leichtverletzten mit 2.817 im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich geblieben ist, stieg die Zahl der Schwerverletzten um 27 auf 964 an. Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Menschen starben, hat von 56 (2004) auf 60 (2005) zugenommen; dabei stieg die Zahl der Menschen, die dabei ums Leben kamen von 59 (2004) auf 65 (2005) an. Von den 65 getöteten Verkehrsteilnehmern waren 31 PKW-Fahrer, sechs waren Auto-Insassen, 12 Motorradfahrer und sechs Fußgänger. Die überwiegende Anzahl der Verkehrsunfälle mit Toten passierte außerhalb von Ortschaften.

Zunahme der Kinderunfälle

2005 wurden 298 Verkehrsunfälle (Vorjahr 287) registriert, an denen Kinder beteiligt waren. Insgesamt verunglückten 315 Kinder (Vorjahr 287), drei Kinder (Vorjahr eins) starben, 67 wurden schwer (Vorjahr 76) und 245 leicht (Vorjahr 210) verletzt. Als besonders bedenklich bewerten die Verkehrssicherheitsexperten die Tatsache, dass die Zahl der Kinder, die als Mitfahrer im Auto verunglückten, wiederum angestiegen ist. Waren es 2004 bereits 156 Kinder, die als PKW-Insassen zu Schaden kamen, so stieg die Zahl im Jahr 2005 auf 176 an.

Auf dem Schulweg ereignen sich zwar vergleichsweise wenige Unfälle, dennoch stieg auch die Zahl dieser Unfälle von zwei im Jahr 2004 auf neun im Jahr 2005 an.

Die Polizei kündigt an, verstärkt und zielgerichtet Verkehrskontrollen vorzunehmen, "um die ordnungsgemäße Benutzung der Kinderrückhalteeinrichtungen und die Beachtung der Kindersicherungspflicht in Fahrzeugen zu überwachen". Auch die Verkehrsaufklärungs- und Präventionsarbeit, besonders an Grundschulen und Kindergärten, werde Schwerpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit des Polizeipräsidiums Trier bleiben.

"Erfreulicher Rückgang der Unfallzahlen in der Risikogruppe Junge Fahrer"

Junge Fahrer im Alter von 18 bis 24 sind nach Angaben der Polizei trotz positiver Tendenzen im Jahr 2005 noch immer — bezogen auf ihren Bevölkerungsanteil — überproportional am Unfallgeschehen beteiligt. Sehr häufig kommt diese Gruppe auch als Hauptunfallverursacher in Betracht. Wurden 2004 noch 5.661 Verkehrsunfälle registriert, bei denen 18- bis 24-Jährige beteiligt waren, so sank diese Zahl im Jahr 2005 auf 5523 Unfälle. Unter der Risikogruppe gab es auch weniger Verletzte. Verunglückten im Jahr 2004 noch 893 junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren, so sank die Zahl im Jahr 2005 auf 831. 13 davon starben (Vorjahr 20); 196 wurden schwer (Vorjahr 204) und 622 wurden leicht (Vorjahr 669) verletzt. Grund für diesen noch immer hohen Anteil der jungen Fahrer ist nach Auffassung der Verkehrssicherheitsexperten eine Kombination aus Risikofreudigkeit, zu geringer Fahrpraxis und daraus resultierender Überschätzung der eigenen Fahrfähigkeiten.

Aus dieser Erkenntnis heraus werden die jungen Fahrer auch im Jahr 2006 im Mittelpunkt der Verkehrssicherheitsbemühungen des Polizeipräsidiums Trier stehen. Neben durchaus erfolgreichen präventiven Maßnahmen wird auch eine Verstärkung der zielgruppenorientierten Verkehrsüberwachung angestrebt.

Motorradfahrer - deutlicher Anstieg der Unfälle mit Verletzten

Obwohl sich die Polizei seit einigen Jahren mit ihrem Programm "Motorradfahren in Rheinland-Pfalz - aber sicher!" verstärkt für einen Rückgang der Unfälle mit Motorradbeteiligung einsetzt, bereiten die Biker den Ordnungshütern zunehmend Sorgen. Die Unfälle mit Verletzten, an denen Motorradfahrer beteiligt waren, erhöhte sich von 332 im Jahre 2004 auf 380 im vergangenen Jahr. Mit 12 Motorradfahrern wurden 2005 ebenso viele "Biker" bei Verkehrsunfällen getötet wie im Vorjahr. 161 Zweiradfahrer (Vorjahr 133) wurden schwer und 229 (Vorjahr 209) leicht verletzt.