1. Region

Trier: Scharfe Kritik im Kreistag an CDU-Mann Billen

Trier: Scharfe Kritik im Kreistag an CDU-Mann Billen

Im Kreistag Trier-Saarburg haben am Montagabend Sprecher von SPD, Freien Wählern (FWG) und Grünen scharfe Kritik am CDU-Bezirksvorsitzenden Michael Billen geäußert, dem das Scheitern der geplanten Fusion zwischen der Sparkasse Trier und der Kreissparkasse Bitburg-Prüm angelastet wurde. Landrat Günther Schartz (CDU) sprach von einem "äußerst unglücklichen Verhalten", warnte jedoch vor "einseitigen Schuldzuweisungen".

"Der Spaltpilz der Region hat einen Namen: Michael Billen", sagte der Grüne Paul Port und nannte Billen einen "Eifel-Rambo", der "aus egozentrischen Gründen alles handstreichartig über den Haufen geworfen" habe. SPD-Fraktionschef Alfons Maximini stellte mit großem Bedauern fest, die Fusion sei gescheitert, weil Michael Billen sie "unverantwortlich und leichtsinnig zum Schaden der ganzen Region verhindert" habe. FWG-Chef Hugo Kohl stellte fest, die geplatzte Fusion sei "eine der größten politischen Katastrophen seit 50 Jahren". Michael Billen habe sie "mit rücksichtloser politischer Killermentalität" verhindert.

Unterdessen könnte der von Kohl angestellte Nazi-Vergleich (der TV berichtete) für diesen neben strafrechtlichen Konsequenzen - die Staatsanwaltschaft ermittelt nach einer von Billen gestellten Strafanzeige - ein politisches Nachspiel haben. Auf TV-Nachfrage distanzierte sich Helmut Reis, Kreistagsmitglied der FWG, von den Kohl-Äußerungen: "Der hergestellte Bezug zu Hitler und dem NS-Regime ist inakzeptabel. Wir entschuldigen uns ausdrücklich bei allen Betroffenen." Es werde sich "in den nächsten Tagen zeigen, ob es eine weitere Zusammenarbeit mit Hugo Kohl geben wird".