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Trier: Stürzt Kaster Billen als CDU-Chef?

Trier: Stürzt Kaster Billen als CDU-Chef?

(sey) Vier Wochen vor dem CDU-Bezirksparteitag zeichnet sich eine Kampfkandidatur um den Vorsitz ab: Mutmaßlicher Herausforderer von CDU-Bezirkschef Michael Billen (51) ist der Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster (49).

Wiederholt sich das Prozedere von vor zweieinhalb Jahren? Beim letzten CDU-Bezirksparteitag in Wittlich entthronte der aus Kaschenbach bei Bitburg kommende Landtagsabgeordnete Michael Billen im Februar 2005 den langjährigen Bezirkschef Peter Rauen. Jetzt könnte Billen das gleiche Schicksal wie seinen Vorgänger ereilen. Nach Informationen unserer Zeitung deutet alles darauf hin, dass es am 20. Oktober im Eifel-Ort Irrel erneut eine Kampfkandidatur um den Vorsitz geben wird. Der wahrscheinliche Herausforderer Billens ist der Trierer CDU-Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster. Die letzten Pflöcke sollen an diesem Wochenende eingeschlagen werden, ist aus Parteikreisen zu hören. Möglicherweise schon am Sonntag oder Montag könnte die Kampfkandidatur dann öffentlich bekanntgegeben werden. Am Montagabend tagt im Trierer „Berghotel Kockelsberg“ der CDU-Bezirksvorstand. Auf der Tagesordnung steht unter anderem der bevorstehende Parteitag.

Die Initiative für eine Gegenkandidatur ging nach TV-Informationen von den CDU-Vorständen Trier-Saarburg und Trier aus. Der Grund: die Ende Juni in letzter Minute geplatzte Fusion zwischen den Sparkassen Trier und Bitburg-Prüm. Für das Scheitern wird Billen verantwortlich gemacht. „Die Sache hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, sagte ein Trier-Saarburger CDU-Funktionär dem TV. „Ausgerechnet der Bezirksvorsitzende hat in dieser Sache Spaltung statt Integration betrieben“, meint ein anderer hochrangiger Christdemokrat.

Die Entscheidung für eine Gegenkandidatur Kasters fiel angeblich in einem Vier-Augen-Gespräch zwischen dem Bundestagsabgeordneten und dem CDU-Landesvize Günther Schartz. Beide wollten sich auf TV-Anfrage nicht zu dem Thema äußern. Bezirkschef Billen sieht einer Gegenkandidatur nach eigenen Angaben gelassen entgegen: „Ich habe keine Angst davor. Dann muss der Parteitag das halt entscheiden.“