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Die Stadt und die Stadtwerke setzen in den Bereichen Verwaltung, Versorgung und Mobilität auf Digitalisierung. Erste Punkte sind – zum Teil beschleunigt durch den Corona-Lock-Down – bereits umgesetzt, weitere gerade in der Testphase.

Infrastruktur : Trier wird immer smarter

Stadt und Stadtwerke setzen in den Bereichen Verwaltung, Versorgung und Mobilität auf Digitalisierung. Erste Punkte sind bereits umgesetzt, weitere in der Testphase.

Corona macht es möglich: Die Stadt und die Stadtwerke Trier haben vier Gymnasien an das Glasfasernetz angeschlossen, die Integrierte Gesamtschule (IGS) verfügt nun über eine Funkverbindung, Gymnasium und Realschule in Ehrang über Breitband von je einem Gbit/s. Die Berufsbildenden und Realschulen „sind in der Mache“, wie Oberbürgermeister Wolfram Leibe bei der Pressekonferenz zum Digitaltag 2020 im Rathaus sagt. Dann würden 80 Prozent der Schüler von einer schnellen Internetverbindung profitieren. „Corona hat uns gezeigt, wie wichtig Digitalisierung ist.“

Insgesamt spielt die Stadt vorne mit, wenn es um die digitale Umsetzung von Dienstleistungen geht. „Kollegen aus anderen rheinland-pfälzischen Städten schauen sich das bei uns an und übernehmen unsere Vorarbeiten“, sagt Leibe. So können Trierer Bewohnerparkausweise bestellen, bezahlen und selbst drucken. Doch es gebe Grenzen, etwa bei der Meldebescheinigung: Bürger können sich online ummelden, müssen aber für den Stempel und die Unterschrift ins Bürgeramt kommen. Hier sei der Bundesgesetzgeber gefordert, die Rahmenbedingungen zu schaffen.

Drei Bausteine brauche es, so Leibe, auf dem Weg zur Smart City: Infrastruktur, Kompetenzen und Geld. Die Infrastruktur schaffen die Stadtwerke (SWT). „Stück für Stück werden wir das komplette Stadtgebiet mit Glasfaserkabeln ausstatten“, sagt SWT-Technikvorstand Arndt Müller. 90 Kilometer sind es zurzeit, bis 2025 sollen es 150 Kilometer sein. „Wir haben die Corona-Krise als Chance genutzt und alle Hausbesitzer in der Innenstadt angeschrieben.“ Das Ergebnis: 65 neue Hausanschlüsse.

Vorreiter ist Trier beim Wlan-Netz, ist sie doch die einzige Stadt Deutschlands, in der Bürger in den Straßen und den Bussen dasselbe Netz nutzen können. Zurzeit in der Fußgängerzone vorhanden, soll es bis Ende des Jahres im Alleenring bis Hauptbahnhof und auf dem Petrisberg erreichbar sein. Dazu werden die Straßenlaternen bei der Umrüstung auf LED mit Wlan-Schnittstellen ausgerüstet.

Beim Neubau der Buswartehallen werden Hot-Spots installiert. Und auch IHK und Geschäftskunden seien umgestiegen, sagt Müller. Darüber hinaus ist IoT (Internet of things/Internet der Dinge) ein weiterer wichtiger Baustein der Breitbandstrategie. Beide Technologien werden beispielsweise für die erste komplett klimaneutrale Trinkwasserversorgung in Deutschland genutzt. Müller: „Wir arbeiten jetzt an der Abwasserentsorgung.“

Know how bieten die SWT, und in der Stadt hat Leibe die Position des Digitalisierungsbeauftragten geschaffen und mit Thorsten Kraus besetzt. Gemeinsam bringen sie weitere Projekte auf den Weg, die sich schnell amortisieren sollen. So werden künftig Verkehrsdaten digital erfasst; geplant sind auch eine Störmelder-App, intelligente Abfalleimer und vernetzte Feuchtesensoren an den Bäumen, um das Gießen zu optimieren.

Zurzeit wird am Roten Turm eine Parkraumdetektion getestet. Dabei registriert ein in einer Straßenleuchte installierter Sensor, ob ein Parkplatz frei ist. Das optimiere das Parkleitsystem und helfe, Parksuchfahren zu reduzieren, erklärt Kraus.

Parktickets können übrigens seit 8. April schon per Handy bezahlt werden. 150 bis 200 sind es am Tag. Ihr Anteil beträgt nach drei Monaten schon zehn Prozent – Ziel sind 25 Prozent.