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10. Neujahrsempfang des Deutschen Journalistenverbands im Zeichen veränderter Medienlandschaft.

Verbände : Gutschein, Bestärkung und „Merci“-Schokolade

Der zehnte Neujahrsempfang des Deutschen Journalistenverbands stand im Zeichen von sich stark verändernden Medien.

() Wie wichtig gut gemachter und fundiert recherchierter Journalismus in Zeitung, Radio und Fernsehen für eine funktionierende Demokratie ist und wie sehr ihre Akteure dies schätzen, zeigte sich beim 10. Neujahrsempfang des Deutschen Journalistenverbands (DJV) Bezirk Trier im Rokokosaal der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Mehr als 100 Gäste, darunter neben den Verbandsmitgliedern auch zahlreiche Verantwortliche aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Hochschulen, Kultur und Gesellschaft, haben sich getroffen, um jenseits von Pressekonferenzen und Vor-Ort-Terminen den Kontakt zueinander zu pflegen.

Nach den bisherigen Empfängen, unter anderem mit Triers Bischof Stephan Ackermann, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, dem luxemburgischen Premierminister Xavier Bettel, Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn und dem Präsidenten des Europäischen Ausschusses der Regionen, Karl-Heinz Lambertz war in diesem Jahr als Ehrengast der scheidende deutsche Botschafter in Luxemburg, Heinrich Kreft, zum Austausch geladen.

Doch vor einem „Gespräch unter Drei“, einem Hintergrundgespräch im Journalistenjargon, allerdings vor viel Publikum, hat Pater Aloys Hülskamp aus Trier-West die Journalistenschar mit Gottes Segen versorgt und zusätzlich mit einem Gutschein „für Momente der Ruhe und Gelassenheit im Alltag“ und „Merci“-Schokolade seinen persönlichen Dank auch symbolisch ausgesprochen.

ADD-Präsident Thomas Linnertz verpackte seinen Dank dagegen in knackige Worte. „Unser Gemeinwesen braucht einen starken Journalismus heute mehr denn je“, sagte Linnertz. Er bestärkte die regionalen Journalisten in ihrer Arbeit zu hinterfragen und auch unbequeme Fragen zu stellen. „Die gesellschaftliche Meinungsbildung ist heute schnell, die Trennung zwischen Meinung und Fakten fließend. Dies bedeutet eine immense Herausforderung für die Medienschaffenden und birgt eine große Verantwortung“, sagte er.

Einer, der die Medien bei seiner Arbeit bislang immer teilhaben lässt und damit viel Transparenz in die deutsch-luxemburgischen Beziehungen gebracht hat, ist der deutsche Botschafter in Luxemburg, Heinrich Kreft. Als Ehrengast des DJV plauderte er aus dem Nähkästchen und verriet, dass er „lieber die Nummer eins in einem kleinen Land als die Nummer zwei in einem großen Land“ ist. Denn vorher war Kreft Nummer zwei der deutschen Botschaft in Madrid. Was er an der Großregion schätzt, ist die grenzüberschreitende Kooperation: „Das ist modellhaft in Europa.“ Und der Diplomat mahnte die Politik ungewohnt eindeutig: „Wenn wir Europäer in der Welt mitreden wollen, müssen wir stark und geeint sein. Da stehen wir vor großen Herausforderungen.“

Der Neujahrsempfang wurde musikalisch umrahmt von Klaus-Peter Bungert und dem Opernsänger und Intendanten des Mosel Musikfestivals Tobias Scharfenberger.