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100 Prozent für einzigen Bewerber: CDU nominiert Udo Köhler als Direktkandidat für Landtagswahl

100 Prozent für einzigen Bewerber: CDU nominiert Udo Köhler als Direktkandidat für Landtagswahl

Einstimmig schickt die Wahlkreisversammlung der CDU Trier Udo Köhler ins Rennen um das Direktmandat für den Mainzer Landtag. Im Erfolgsfall will sich der 51-jährige Architekt dort für bessere In frastruktur, Bürokratieabbau und Innere Sicherheit einsetzen.

Trier. Udo Köhler hat an diesem Abend im Druckwerk Euren alles im Griff. Als CDU-Kreisvorsitzender thront er anfangs fast allein auf dem Podium, begrüßt die Teilnehmer der Wahlkreisversammlung und bringt die Gastredner ins Spiel. Für seine eigene Vorstellung hat sich der einzige Kandidat etwas Besonderes ausgedacht. An die Leinwand projizierte Fotos aus alten Zeiten zeigen ihn als Schülersprecher, Demonstrant für den Ausbau der Berufsbildenden Schulen und Nachwuchspolitiker.Landtagswahl 2016


Seit 2009 sitzt Köhler im Trie rer Stadtrat, amtiert dort als stellvertretender Fraktionsvorsitzender und in der Karnevalsgesellschaft Heuschreck als stellvertretender Senatsvizepräsident. Sein Versprechen für den Fall eines Wahlsiegs: "Ich werde in Mainz die städtischen Interessen vertreten. Die bisherige Abgeordnete aus unserem Wahlkreis kümmert sich sehr wenig um Trier" - eine Anspielung auf Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), die die Genossen vorige Woche erneut als Direktkandidatin nominiert haben.
Köhler beklagt "vergeudetes Volksvermögen" beim Nürburgring, "Ziellosigkeit" beim Flughafen Hahn und die Insolvenz des Flughafens Zweibrücken. Er will sich im Landtag für eine bessere Infrastruktur und Innere Sicherheit einsetzen.
CDU-Urgestein Walter Schrage sagt über Köhler: "Er war ein guter Junge, und er ist der beste Kandidat für Trier." Versammlungsleiter Ulrich Dempfle verkündet das Ergebnis: Alle 71 stimmen für Köhler - 100 Prozent, stehende Ovationen.
Jutta Albrecht, die ursprünglich Direktkandidatin für die CDU werden und daher parteiintern gegen Köhler antreten wollte, hat ihre Bewerbung vor einigen Wochen zurückgezogen. Sie war Köhler in einer Art Probe-Abstimmung bei einem Parteitag deutlich unterlegen und zu der Überzeugung gelangt, dass sie "mehrheitlich von den Trierer CDU-Mitgliedern nicht unterstützt werden würde" (der TV berichtete am 11. April).Referentin an der Uni


Elisabeth Tressel will Köhlers Ersatzkandidatin werden. "Ich bin vor einigen Tagen gefragt worden und habe heute Ja gesagt", schildert die 60-Jährige die Kurzfristigkeit. Sie hat Geografie und Romanistik auf Lehramt studiert und promoviert. Arbeitet an der Uni Trier, seit 2004 als Fachbereichsreferentin. Tressel ist seit 28 Jahren "überzeugtes CDU-Mitglied", seit 2008 im Stadtrat und stellvertretende Kreisvorsitzende. Als Abgeordnete würde sie sich vor allem um die Bereiche Bildung, Umwelt und Energie kümmern, verspricht Tressel. Das Votum der Wahlkreisversammlung ergibt 59 Ja-Stimmen und sechs Nein-Stimmen (91 Prozent Zustimmung für Tressel).
CDU-Generalsekretär Patrick Schnieder stimmt die Mitglieder auf den Wahlkampf ein: "Wir spüren, dass wir so nah dran sind wie seit 25 Jahren nicht mehr."