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100 Tonnen Stahl über der Kyll

Trier-Ehrang. Die neue Ehranger Kyllbrücke hat Gestalt angenommsen: Nun überspannen fünf mächtige Stahlträger den Fluss. Die Montage der aus Duisburg angelieferten Bauteile lief problemlos. Friedhelm Knopp

Trier-Ehrang. Eine über 100 Tonnen schwere Stahlkonstruktion aus fünf Brückenträgern ist von Duisburg an die Baustelle der neuen Ehranger Kyllbrücke gerollt. Innerhalb von zwei Tagen wurde dann die Kyll mit dem kompletten neuen Brückenunterbau überspannt. Drei Träger wurden bis Dienstagabend eingebaut. Die zwei anderen folgten dann.
Die Maße der "Bauteile" sind beeindruckend und erfordern sowohl beim Einbau, als auch beim Transport entsprechendes Gerät. Laut Projektleiter Andreas Willkomm vom städtischen Tiefbauamt war jeder der fünf Träger 38 Meter lang und wiegt 22 Tonnen. Bei der Duisburger Stahlbaufirma Raulf wurden die Teile aus hochwertigem Baustahl in den vergangenen Wochen "auf Maß" angefertigt.
Ein besonderes logistisches Problem war der Transport von der Ruhr an die Mosel. Angeboten hätte sich der Schiffstransport vom Duisburger zum Trierer Hafen. "Von dort wären wir aber mit dem Schwertransport nicht an die Baustelle herangekommen", erklärte Willkomm. Und Stefan Bewersdorff von der Firma Raulf ergänzte: "Außerdem lohnt sich das Schiff auf diese Distanz nicht, denn das bedeutet zweimal Umladen und zweimal Landtransport."
Daher war der Schwerlasttransport mit zwei jeweils 45 Meter langen Spezialtransportern am Montag um 19 Uhr in Duisburg auf die Überlandreise gegangen.
Um 6 Uhr am Dienstag standen Fahrzeuge und Ladung vor der Baustelle an der eigens gesperrten B-422-Umgehung Ehrang.
"Insgesamt kam unser abgesicherter Konvoi gut durch die Nacht", sagte der Mann aus Duisburg. Nur auf dem letzten Abschnitt von der B 51 über Welschbillig und Kordel sei es für die 45-Meter-Fahrzeuge etwas "eng geworden" - insbesondere in Höhe der Kirche Welschbillig und in der engen Kehre hinter dem Bahnübergang Kordel.
Dann wurden die Träger dann von einem schweren Mobilkran der Firma Steil im Block von den Tiefladern gehievt. Danach traten Schneidbrenner in Aktion, um eine Reihe von Verbindungsstahlplatten zu entfernen. Die waren nur zur Transportsicherung angebracht worden. Vor den Absperrungen an der Kyllstraße sammelten sich derweil immer mehr Ehranger und harrten der Dinge, die da kommen sollen. Nicht beeinträchtigt war der Verkehr über die Behelfsbrücke - für die Autofahrer ging es sogar zügiger als üblich darüber, da die Behelfsampel an der B-422-Einmündung außer Betrieb war.
Für die eigentliche Hebeaktion musste der Kran noch mit zusätzlichen Gegengewichten beschwert werden, da sein Ausleger mit der Last weit über die Kyll ausfahren musste. Als der der erste, 22 Tonnen schwere Träger an dicken Stahltrossen in die Höhe und dann über den Fluss schwebte, sah das fast spielend leicht aus - und manche Zuschauer waren etwas enttäuscht. "Das ist aber ziemlich unspektakulär", meinte einer der Zaungäste. Langsam senkte sich der Träger schließlich in seine endgültige Position - er passte auf den Zentimeter genau. "Wir hatten auch schon Fälle, dass es nicht passte. Und dann haben wir ein Problem", sagte ein Mitarbeiter der Herstellerfirma.Extra

Nach Angaben von Andreas Willkomm, Tiefbauamt Trier, handelt es sich beim neuen Kyllübergang um eine so genannte Verbundbrücke. Diese besteht aus zwei tragenden Komponenten - dies sind einmal die nun montierten Stahlträger, über die eine Stahlbetonschicht gelegt wird. Ist der Beton nach 28 Tagen ausgehärtet, trägt er mit zur Stabilität der Gesamtkonstruktion bei. Während der Aushärtungszeit sorgen zusätzliche Stützen unter den Trägern für sicheren Halt. Laut Willkomm ist die Brücke für eine Lebensdauer von rund 100 Jahren berechnet. In Betrieb gehen soll sie wie geplant im September. f.k.