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14-jährige Jessica Dilara Röttger aus Trier veröffentlicht ersten Kinder- und Jugendroman "Trier: Decoded"

Literatur : Jung-Autorin sucht den Römerschatz

Jessica Dilara Röttger, 14-jährige Gymnasiastin aus Trier, veröffentlicht ihren ersten Kinder- und Jugendroman. Die spannende Geschichte spielt im Trier von heute und führt in „Zeitsprüngen“ zurück in Triers antike Römerzeit.

Nachdem der Entschluss feststand, einen Kinder- und Jugendroman zu schreiben, hat die Umsetzung beim Buch schon gleich richtig Fahrt aufgenommen. „Schreibblockaden“ habe es so gut wie keine gegeben, erzählt Jungautorin Jessica Dilara Röttger, gerade 14 Jahre alt geworden, über ihr soeben erschienenes Erstlings-Werk: „Trier: Decoded“ lautet der Titel.

Es entschlüsselt ein verborgenes Geheimnis in Deutschlands ältester Stadt und das geht zurück bis in die glorreiche Vergangenheit der auch als „roma secunda“ („zweites Rom“) bezeichneten Stadt. Lese-Vorbehalte in puncto Latein fehl am Platz: Ihre Latein-Passagen hat die Jung-Autorin, Schülerin des Trierer Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums, lesefreundlich übersetzt. „Lassen wir sie mal schreiben“, hieß es anfänglich von Elternseite, ohne an den Fähigkeiten ihrer Tochter zu zweifeln. Jetzt sind Mutter und Vater begeistert – und die drei Geschwister sowieso.

Tatort Antike Die fesselnde Erzählung nimmt ihren Anfang im römischen „Trier“ mit dem „treu ergebenen Sklaven Lucius“. Er will nicht nur einen Angriff der Franken überleben, sondern auch einen wertvollen Schatz vor den herannahenden Horden in Sicherheit bringen. Dank der Mithilfe der bei den Römern gefangen gehaltenen Gladiatoren gelingt es ihm schließlich. Ein Schauplatz daher: das antike „kleine Kolosseum“, das heute als Amphitheater berühmte Kulturdenkmal.

Jessica Dilara Röttger (14 Jahre, Schülerin am FWG, links) hat ihr erstes Buch veröffentlicht. Die drei Geschwister (von links Alex (11), Lisa (9) und Lars (7) kommen in dem spannenden Kinder- und Jugendroman als "Buchkinder" auf einer gemeinsamen Schatzsuche durch Trier vor. Und das ist für die drei eine tolle Sache. Foto: Ludwig Hoff Foto: Ludwig Hoff

Und so spielt die Geschichte in der Neuzeit: Eigentlich waren die Sommerferien für die vier Geschwister nicht viel anders geplant als die in den Jahren zuvor. Doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt: An einer Führung durch die Porta Nigra nehmen Jessica, Alex, Lisa und Lars teil und sind voll aufmerksam bei der Sache. Und wie der Zufall will, stoßen die Geschwister dabei auf eine geheimnisvolle, bislang unbekannte Inschrift. Genau die lässt die Kinder fortan nicht mehr los. Also nimmt auf insgesamt 150 Buchseiten ein spannendes Abenteuer seinen Lauf. Gefahren gilt es auf der Fährte des geheimnisvollen Römerschatzes zu meistern, denn auch Fieslinge wollen für ihre Zwecke die Pläne der Kinder durchkreuzen.

Als Jessica Gonzalez ist die Autorin in der Erzählung selbst mit von der Partie, wie auch die Geschwister. Die waren fast von der Rolle, als sie erfuhren, in die Geschichte „verewigt“ zu werden.

Romanerfunden sind die Kinder ziemlich dreist, als sie sich zu einem nächtlichen Ausflug in die Barbarathermen aufmachen. Die Eltern ahnungslos. Ein kühnes Wagnis, das sich aber gelohnt hat durch den Fund einer geheimnisumwobenen Pergamentrolle. Sollte diese etwa der Schlüssel zu dem Geheimnis sein?

Die lebendige Erzählung hält den Leser gefangen. Von den Barbarathermen geht die Schatzsuche zu weiteren markanten römischen Bauwerken. Im Dom schließlich nimmt eine Art „Schnitzeljagd“ eine gewagte Wende …

Mehr soll nicht verraten werden. Die Spannung muss schließlich fürs Selberlesen erhalten bleiben.

Schon nach wenigen Manuskriptseiten im Laptop war die Jung-Autorin wie gefangen von der Story. „Ich wollte schon immer ein Buch schreiben“, verrät Jessica Dilara Röttger. Auch die umfangreiche Recherche mit Besuchen in den Haupt-Sehenswürdigkeiten fesselte sie mehr und mehr. Mit ein Grund: Die junge Dame steht nicht auf Kriegsfuß mit der alten Sprache Latein. Im Gegenteil: „Sprachen machen mir Spaß.“ Ihre Fächer am Trierer Friedrich-Wilhelm-Gymnasium: neben Deutsch und (ganz klar) Latein auch Spanisch, Englisch und Französisch. Da läge ein Berufswunsch mit Sprachen und Schreiben sicher nahe? Konkrete Vorstellungen hat die Neuntklässlerin aber noch keine.

Was jetzt schon sicher feststehe: Ein Folgebuch auf ihr erstes Werk soll es geben. Ideen gebe es schon. Geschichten schreiben ist ein großes Hobby von ihr wie auch lesen (sie hat schon zwei Lesewettbewerbe gewonnen) und tanzen.

Wer hat der jungen Schriftstelle­rin die Liebe zum Schreiben in die Wiege gelegt? Die Eltern, Arzt und Zahnärztin, überlegen nicht lange: Verantwortlich dafür sein dürften die Großeltern beiderseits.

Gelassen nehmen die im Buch vorkommenden Eltern die romanerfundenen „Notlügen“ ihrer Sprösslinge in Kauf. Und wissen: Ähnlichkeiten im richtigen Leben wären rein zufälliger Natur. Eine andere Wahl hatte die Autorin ohnehin nicht: So eine Schatzsuche fordert halt ihren Tribut.

Das Buch kann in allen Buchhandlungen erworben werden (siehe Info).