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19-Jähriger täuscht brutalen Überfall am Trierer Hauptbahnhof vor

19-Jähriger täuscht brutalen Überfall am Trierer Hauptbahnhof vor

Erst gab er an, Opfer eines brutalen Angriffs am Trierer Hauptbahnhof gewesen zu sein - doch nun hat ein 19-Jähriger eingestanden, sich den angeblichen Überfall einer Bande am vergangenen 11. Februar nur ausgedacht zu haben.

Die Meldung der Bundespolizei vom vergangenen Dienstag, 11. Februar, hatte für Aufsehen gesorgt: Am frühen Morgen, mitten im Pendlerverkehr, sei der 19-Jährige aus dem Kreis Trier-Saarburg am Ausgang des Trierer Hauptbahnhofs zusammengeschlagen worden. Die Täter, fünf bis sieben Jugendliche, hätten dem 19-Jährigen ins Gesicht geschlagen, kurzzeitig sei das Opfer ohne Bewusstsein gewesen. Von erheblichen Kopfverletzungen sprach die Bundespolizei damals.

Zumindest der Überfall stellt sich nun als falsch heraus: Die Bearbeitung des Falles durch Bundespolizei und der Trierer Polizei im Gemeinsamen Sachgebiet Jugend brachten Widersprüche in der Aussage des jungen Mannes hinsichtlich der angeblichen gefährlichen Körperverletzung zutage. Weitere Ermittlungen ergaben schließlich, dass er nicht von einer Gruppe am Bahnhof zusammengeschlagen worden war. Das teilte die Polizei am Dienstagmittag mit.

Vielmehr habe der 19-Jährige einen Streit mit einem Kollegen an der Arbeitsstelle und dabei die augenscheinlichen Verletzungen erlitten. Aus Angst vor beruflichen Konsequenzen schilderte er den brutalen Überfall am Bahnhof als Ursache für seine erheblichen Verletzungen.

Der 19-Jährige muss sich nun wegen Vortäuschens einer Straftat verantworten. Sowohl gegen ihn als auch gegen seinen 18-jährigen Arbeitskollegen wird zudem wegen Körperverletzung ermittelt.