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20. Auflage der Heilig-Rock-Tage eröffnet

Bistumsfest : Heilig-Rock-Tage eröffnet: Vier Bischöfe im Trierer Dom (Fotos)

Die 20. Auflage der Heilig-Rock-Tage startet mit einem Pontifikalamt. Zum zehntägigen Bistumsfest werden 35 000 Besucher erwartet. Sie können an einem großen Programm mit kulturellen und spirituellen Angeboten teilnehmen.

Heilig-Rock-Tage – unter vielen Touristen, die sich derzeit in Trier aufhalten, löst der Begriff eher Verwirrung aus: Ein sakrales Rockfestival? Das stimmt in gewisser Hinsicht sogar. Nur dass mit Rock keine popmusikalische Stilrichtung gemeint ist, sondern im althergebrachten Sinne ein Kleidungsstück. Ein besonderes, ja „heiliges“. Als Heiliger Rock wird ein Gewand bezeichnet, das Jesus auf dem Weg zur Kreuzigung getragen haben soll. Der Überlieferung zufolge brachte Helena, die Mutter des römischen Kaisers Konstantin, im Jahr 326 die Tunika von einer Pilgerreise aus dem Heiligen Land nach Trier.

Ob original (was sich weder nach-  noch beweisen lässt) oder nicht: Triers Heiliger Rock zählt zu den bedeutendsten Reliquien der katholischen Christenheit. Gezeigt wird sie nur selten, zuletzt bei großen Wallfahrten 1996 und 2012. Dennoch ist die Reliquie quasi jedes Jahr Zugnummer. Bei den Heilig-Rock-Tagen, die stets am Freitag nach dem Weißen Sonntag beginnen und zehn Tage dauern, kann man ihr ganz nahe kommen. Ihr Aufbewahrungsort, die Heilig-Rock-Kapelle des Doms, ist dann geöffnet. Sehen kann man das gute Stück allerdings nicht. Es liegt in einem Holzschrein unter einem klimatisierten Glaszelt.

Beim jährlichen Bistumsfest geht es auch nicht um Reliquienverehrung. Bischof Stephan Ackermann spricht beim Pontifikalamt zur Eröffnung der 20. Auflage von einem „Fest der Kommunikation“, zu dem alle Menschen eingeladen sind, einander zu begegnen und die Vielfalt der Kirche im Bistum Trier zu erleben.

Der Auftakt beschert das Wiedersehen mit bekannten und beliebten Kirchenmännern, die aus dem Bistum Trier stammen. Neben Ackermann am Dom-Altar seine Amtskollegen Georg Bätzing (Limburg), Helmut Dieser (Aachen) und Felix Genn (Münster).

Wie zugkräftig die frisch eröffneten 2019er Heilig-Rock-Tage sein werden, lässt sich laut Cheforganisator Wolfgang Meyer „im Vorfeld nur schwer sagen“. Im vergangenen Jahr hätten die rund 240 Einzelveranstaltungen kultureller und spiritueller Art etwa 35 000 Besucher verbucht. Dieses Jahr könnten es, sofern das Wetter einigermaßen mitspiele, durchaus mehr werden. An diesem Wochenende  profitiert das Bistumsfest in Sachen Zuspruch vom gleichzeitig stattfindenden Weinfestival „Wine in the City“ – was auch umgekehrt der Fall ist. Für Meyer, der alle 20 Bistumsfeste und die beiden jüngsten Wallfahrten mitorganisiert hat, sind die laufenden Heilig-Rock-Tage aber schon jetzt ein voller Erfolg: „Denn sie können darauf aufbauen, dass sich rund 1100 überwiegend ehrenamtlich Mitwirkende aktiv einbringen.“

Die 20. Heilig-Rock-Tage (Motto: „Herausgerufen – Du schaffst unseren Schritten weiten Raum“) dauern bis Sonntag, 12. Mai. Infos online:

www.heilig-rock-tage.de