200 Demonstranten verlangen in Trier mehr Rechte für Asylbewerber

200 Demonstranten verlangen in Trier mehr Rechte für Asylbewerber

Rund 200 Demonstranten, darunter etwa 50 Flüchtlinge, sind am Samstagnachmittag durch Trier gezogen, um für mehr Rechte für Asylbewerber in Deutschland zu kämpfen. Ab 14 Uhr hatten die Organisatoren, das Multikulturelle Zentrum Trier, vor dem Asylbewerberheim in der Dasbachstraße in Trier-Nord gefordert, dass die Selbstbestimmung von Flüchtlingen in Deutschland nicht eingeschränkt werden dürfe.

Foto: Friedemann Vetter
Foto: Friedemann Vetter

(woc) "Flüchtlinge in Asylbewerberheimen zu ghettoisieren, ihnen keinen Kontakt zur normalen Gesellschaft zu ermöglichen, ihre Bewegungsfreiheit einzuschränken, sie nicht in ein anderes Bundesland reisen zu lassen und ihnen kein Recht auf Arbeit zu gewähren - das ist gegen die Menschenwürde und gegen die Menschenrechte", sagte Patrick Zimmer vom Multikulturellen Zentrum.

Anschließend zogen die Demonstranten durch die Parkstraße und die Paulinstraße zum Porta-Nigra-Vorplatz. Die NPD, die gleichzeitig eine Kundgebung auf dem Simeonstiftplatz veranstaltete, wurde kurz zuvor von der Polizei auf den Vorplatz der Commerzbank in der Simeonstraße geleitet. "Das Versammlungsrecht erlaubt, dass die NPD ihre Kundgebung für eine Gegendemonstration an dieser Stelle unterbricht", erklärte ein Polizeisprecher auf TV-Nachfrage. Mit etlichen Polizeibussen und Sicherheitskräften schirmte die Polizei die rund ein Dutzend NPDler von der Flüchtlingsdemonstration ab. "Unserer Meinung nach hätte es verboten werden müssen, dass die NPD sich nur wenige Meter von uns entfernt versammeln darf", sagte Patrick Zimmer vom Multikulturellen Zentrum. "Insbesondere für die Flüchtlinge in unserem Protestzug ist das eine unerträgliche Situation, wir haben Angst um unsere Sicherheit", sagte Zimmer.

Nach einer rund halbstündigen Kundgebung am Porta-Nigra-Platz zog die Flüchtlingsdemonstration weiter zum Hauptmarkt. Die Polizei geleitete anschließend die NPD zurück zu ihrem eigentlichen Kundgebungsort auf dem Simeonstiftplatz. Um 18 Uhr war die NPD-Kundgebung beendet, gegen 18.30 löste sich auch die Flüchtlingsdemonstration auf dem Hauptmarkt auf. Laut Polizei kam es nicht zu Zwischenfällen.

Die Paulinstraße musste am späten Nachmittag zeitweilig gesperrt werden, um den Demonstrationszug des Multikulturellen Zentrums durchziehen lassen zu können. Zu größeren Verkehrsbehinderungen kam es dadurch allerdings laut Polizei nicht. Rund um den Hauptbahnhof - dort war es bei zurückliegenden NPD-Demonstrationen teilweise zu Sperrungen gekommen - konnte der Verkehr diesmal fließen. Statt eines Umzugs ab dem Bahnhof hatte die NPD eine stationäre Kundgebung angemeldet. Auch die Sperrung von Kaiserstraße, Südallee und Karl-Marx-Straße an der Einmündung am Barbaraufer, um dort die Fahrbahndecke zu erneuern, hatte am Samstag kein Verkehrschaos mit sich gebracht: Auf der Umleitungsstrecke stockte zwar der Verkehr teilweise stark, kam aber nicht zum Erliegen.

Stockungen, aber kein Verkehrschaos