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2000 Menschen pilgern am ersten Wochenende zum Grab des heiligen Matthias - Wallfahrt dauert vier Wochen

2000 Menschen pilgern am ersten Wochenende zum Grab des heiligen Matthias - Wallfahrt dauert vier Wochen

Tausende Wallfahrer sind am Wochenende von überall her zum Grab des heiligen Matthias nach Trier gepilgert. Anlass war der Jahrestag, an dem die Apostel Matthias als Nachfolger von Judas Ischariot bestimmt hatten. Insgesamt dauert die Wallfahrt, an der sich jährlich etwa 140 Pilgergruppen beteiligen, vier Wochen.

"Zur Freiheit berufen" lautet das Motto der vierwöchigen Matthias-Wallfahrt in Trier, die am Wochenende begonnen hat. Bei der Wahl des Mottos habe man immer den Menschen im Blick, sagt Bruder Thomas, der zusammen mit Pater Athanasius die Pilger betreut. "Im vergangenen Jahr hatten wir das Motto Frieden. Freiheit und Frieden, das sind die großen elementaren Begriffe." In diesem Jahr sei der Galaterbrief des Apostels Paulus miteingeflossen, in dem Paulus darauf hinweist, dass Christus die Menschen zur Freiheit befreit hat.

Die Matthias-Wallfahrt reicht weit zurück. Der Überlieferung zufolge pilgern die Menschen seit dem 12. Jahrhundert nach Trier. Damals hatte man beim Bau der Kirche Gebeine gefunden, von denen man glaubte, dass es die des Apostels seien. Der Überlieferung zufolge soll die heilige Helena, die Mutter Konstantins des Großen, die Gebeine des Apostels von einer Wallfahrt ins Heilige Land nach Trier gebracht haben. Diese Nachricht verbreitete sich schnell, und schon bald kamen die ersten Pilger aus dem Raum Mönchengladbach, der Kölner Bucht, Aachen, aber auch aus der gesamten Eifel nach Trier. Bis zum heutigen Tag kommen die meisten Pilger aus diesem Gebiet.

Hubert Gerhards gehört zu den Pilgern, die auf ihrer Wallfahrt tagelang unterwegs sind. In Neersen bei Willich (Kreis Viersen, Nordrhein-Westfalen) ist er gemeinsam mit 24 weiteren Pilgern am Montag um 5 Uhr mit dem Ziel Trier aufgebrochen. Insgesamt 200 Kilometer hat die Gruppe in dieser Zeit zurückgelegt. Weitere 25 Pilger aus Neersen sind am Donnerstag mit dem Bus nach Blankenheim in der Eifel gefahren, wo sie sich mit der ersten Gruppe getroffen haben. Von Blankenheim aus ist die Gruppe durch die Eifel zum Grab des heiligen Matthias gewandert. Seit 15 Jahren ist der 81-jährige Hubert Gerhards, dem man sein Alter nicht ansieht, dabei.

Nicht ganz so weit war die Anreise von Peter Kiefer und Margaritha Zeimet. Gemeinsam mit ihrer Gruppe sind die beiden Wallfahrer um 4 Uhr im saarländischen Orscholz aufgebrochen. Beide sind diesen Weg schon mehrere Male gegangen. Während Peter Kiefer die Strecke nutzt, um innerlich zur Ruhe zu finden und Erlebnisse zu reflektieren, ist es bei Margaritha Zeimet der Glaube, der sie antreibt und ihr Kraft für den Weg gibt.

Kraft brauchen auch Bruni Werner und die etwa 20 Mitglieder der Trierer Matthias-Bruderschaft, die sich um das leibliche Wohl aller Pilger sorgen. Keine leichte Aufgabe bei mehreren Tausend Menschen. Und dennoch sind alle mit Leib und Seele dabei. "Es sind die vielen positiven Begegnungen, die uns alle Mühe vergessen lassen und uns am Ende der Wallfahrt motivieren, auch im kommenden Jahr wieder dabei zu sein." Einen Wunsch hat Bruni Werner dennoch: "Es wäre schön, wenn wir den Kreis unserer Helfer noch weiter ausbauen könnten. Interessenten sind jederzeit herzlich willkommen."Extra

2000 Menschen pilgern am ersten Wochenende zum Grab des heiligen Matthias - Wallfahrt dauert vier Wochen
Foto: Anke Emmerling (ae) ("TV-Upload Emmerling"

Nachdem bei den Aposteln die Zahl zwölf durch den Verrat des Judas Ischariot zerstört worden war, traten nach der Himmelfahrt Christi die Apostel zusammen und bestimmten durch das Los Matthias als Ersatzmann für den Verräter. Über das Wirken und den Tod des Matthias, der nicht zu verwechseln ist mit dem Evangelisten Matthäus, ist nichts Sicheres bekannt. Er soll zuerst in Judäa, später in Makedonien in Nordgriechenland und in Äthiopien das Evangelium verkündet haben. Um das Jahr 63, so nimmt man an, hat er den Märtyrertod durch Steinigung und Enthauptung durch das Beil erlitten. Quelle: Dr. Walter Töpner: Wege der Jakobspilger, Band 2: Rheinland, Eifel, Lothringen, Burgund