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2000 Schutzanzüge für Trier – dem Zufall sei Dank

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Krise : 2000 Schutzanzüge für Trier – dem Zufall sei Dank

Binnen Stunden hat das chinesische Generalkonsulat in Frankfurt vorige Woche 2000 Schutzanzüge für die Trierer Feuerwehr besorgt. Doch wo kamen die derzeit raren Overalls so schnell her?

Das Glück ist mit den Tüchtigen, heißt es. Zumindest für die kostenlose Lieferung von 2000 Schutzanzügen für die Trierer Feuerwehr und deren Rettungsdienst vorige Woche trifft der Sinnspruch zu. Denn die Overalls sind derzeit nahezu überall ausverkauft. Und wenn noch welche zu haben sind, dann in geringer Zahl und für 30 Euro und mehr pro Stück. Normalerweise, wenn gerade nicht Corona-Krise ist, kostet der Ein-Weg-Artikel etwa 1,50 Euro.

Wie das chinesische Generalkonsulat in Frankfurt trotzdem so schnell 2000 Schutzanzüge besorgen konnte, und warum diese ausgerechnet nach Trier gingen, dazu machte die Stadtverwaltung am vergangenen Freitag keine näheren Angaben. Ein Anruf des Trierischen Volksfreunds beim Konsulat in Frankfurt bringt Licht in die Sache.

Vor gut zwei Wochen habe Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe Generalkonsul Congbin Sun angerufen. „Herr Leibe teilte uns in dem Gespräch unter anderem mit, dass die Trierer Feuerwehr großen Bedarf an Schutzkleidung und anderen Dingen im Zusammenhang mit der Corona-Krise habe“, erklärte ein Konsulats-Mitarbeiter am Montagmittag auf TV-Nachfrage. „Doch das Generalkonsulat selbst bevorratet solche Materialien nicht“, sagte der chinesische Sprecher. Sofortige Hilfe habe man Trier daher zu diesem Zeitpunkt nicht zusagen können.

Doch dann kam der Zufall ins Spiel – in Gestalt des chinesischen Geldinstituts China Construction Bank. Deren Filiale in Frankfurt hatte auf dem Höhepunkt der Corona-Krise in China in Deutschland Tausende Schutzanzüge für ihre Mitarbeiter in China und Frankfurt bestellt und gekauft. Die allermeisten der Overalls seien nach China verschickt worden. „Aber es gab einen Rest von 2000 Anzügen, die das Institut nicht mehr benötigt hat“, erklärt der Konsulatsprecher. Die Bank habe das Frankfurter Generalkonsulat darüber informiert und den Restbestand als Spende angeboten.

Der Generalkonsul wiederum habe sich dann an den Anruf von Triers Oberbürgermeister Leibe erinnert, ihn angerufen und ihm die Anzüge angeboten. Es sei reine Glückssache gewesen, dass das chinesische Geldinstitut genau das übrig hatte, was Trier am meisten benötigte – und dass Anfrage und Angebot nahezu zur gleichen Zeit beim Konsulat eingingen, erklärt der Mitarbeiter des Konsulats.

Die Freiwillige Feuerwehr Olewig holte die Anzüge vorige Woche in Frankfurt ab. Die Overalls entsprechen der Sicherheitsklasse 4B und sind damit partikel- und sprühdicht. Die Mitarbeiter der Feuerwehr und deren Rettungsdienst ziehen die Schutzkleidung an, wenn Menschen abgeholt oder gerettet werden müssen, die möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert sind.

Während der Vorrat an Schutzmasken und Schutzbrillen bei der Feuerwehr noch ausreiche, seien die Ein-Weg-Anzüge vorige Woche knapp geworden. Die von der China Construction Bank gespendeten 2000 Overalls reichen nun vermutlich für die nächsten drei bis vier Wochen, hatte der städtische Feuerwehr-Pressesprecher Ernst Mettlach erklärt. Zumindest, sofern sich die Lage sich nicht verschlimmert und die Zahl der Infizierten nicht stark steigt.