21,5 Millionen Euro für 81 Wohnungen auf dem Trierer Petrisberg

Stadtentwicklung : 21,5 Millionen Euro für 81 Wohnungen auf dem Petrisberg in Trier

Auf dem Petrisberg entsteht ein Wohnkomplex mit 81 Eigentumswohnungen. Investor ist die Projektgesellschaft EGP, die auch das neue Burgunderviertel bauen wird. Das Konzept für École maternelle ist aber ein anderes.

Anfang Mai sind die 53 Kinder der Lebenshilfe-Kita, die bislang in der ehemaligen École maternelle untergebracht war, in ihr neues Domizil am Rande des Burgunderviertels gezogen. Es war gleichzeitig das Signal für den Abriss der alten Schulgebäude aus französischer Garnisonszeit. „Wir bauen dort fünf Gebäude mit insgesamt 81 Wohnungen“, sagt David Becker, Geschäftsführer der EGP (Gesellschaft für urbane Projektentwicklung).

Die EGP ist auch jene Gesellschaft, die dem benachbarten Wohnquartier ein komplett neues Gesicht geben soll. Bis zu 490 Wohneinheiten sollen dort in wenigen Jahren ab dem Frühjahr 2020 entstehen, wenn der Bebauungsplan BU 24 „Burgunderviertel“ vom Stadtrat verabschiedet ist. Das Besondere: Viele der neuen Häuser werden mit dem Auto nur in Ausnahmefällen erreichbar sein. Es soll attraktiver urbaner Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen geschaffen werden.

Der Komplex École maternelle grenzt zwar westlich an das Burgunderviertel an und wird auch über dessen neue Straßen erschlossen werden. Abgesehen davon und der Absicht, gemischten Wohnraum für Studierende, Familien und Senioren entstehen zu lassen, wird es aber mit dem städtebaulichen Vorzeigeprojekt wenig gemeinsam haben. „Wir verkaufen alles“, macht Becker im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund deutlich. „Sozialwohnungen sind hier nicht vorgesehen.“ Bestandteil des Bauantrags sei auch eine zentrale Tiefgarage. Der „hochwertige Wohnungsbau“ werde in maximal dreigeschossigen Häusern entstehen. Deren Optik orientiere sich an dem benachbarten Wohn- und Einkaufskomplex. In Richtung Lebenshilfe-Kindergarten – den hat die EGP im Auftrag der Stadt ebenfalls gebaut – sollen zudem diverse Reihenhaustypen entstehen. „Wir hatten bislang kein größeres Einzelprojekt“, verdeutlicht David Becker die Bedeutung von École maternelle für die EGP. Er hoffe auf den Start der Bauarbeiten spätestens im August. „Die Abbrucharbeiten waren auch ohne Baugenehmigungen möglich.“

Neues Wohnbauprojekt am Burgunderviertel in Trier. Foto: TV/Schramm, Johannes

Zumindest das gilt auch für das Burgunderviertel, dessen Bebauungsplanentwurf derzeit auf die erste Offenlage vorbereitet wird. Sobald die Brutzeit der Vögel beendet ist, die an und zwischen den leerstehenden Gebäuden ihre Nester gebaut haben, werden Abrissbagger anrollen. Als letztes Gebäude soll das an der Kohlenstraße fallen, das mit einem riesigen Graffito derzeit die Blicke auf sich zieht (TV vom 13. Juli).

„Die Rückmeldungen nach der Bürgerinformation zum Burgunderviertel waren sehr positiv“, resümiert Becker. „Bis der Bebauungsplan im Detail fertig ist, müssen aber noch viele Details geklärt werden.“ Im Frühjahr 2020 soll mit der Neuerschließung des 9,4 Hektar großen Stadtviertels begonnen werden. Da alle Leitungen erneuert werden müssen, können die Straßenverläufe verändert werden, um ein Wohnquartier mit möglichst geringem Autoverkehr zu ermöglichen. Schlüsselprojekt dafür soll eine zentral gelegene Mobilitätszentrale und Quartiersgarage sein. Die Burgunderstraße wird das Gebiet im Norden erschließen und auch die Zufahrt für den Komplex École maternelle und die Lebenshilfe-Kita sein.  

Mehr von Volksfreund