244 Verletzte und fünf Tote

Schweich · Die Verkehrsunfallstatistik 2011 der Polizeiinspektion Schweich weist im Verhältnis zum Vorjahr einen negativen Trend auf. Es gab mehr Unfälle insgesamt sowie mehr Verletzte und Tote. Als Hauptursache wird erneut zu hohes Tempo genannt - gefolgt von Vorfahrtsverletzungen und zu geringem Abstand.

 Kein Grund zum Jubeln, aber auch kein alarmierender Trend: Verkehrsexperte Friedhelm Fleischmann von der Polizeiinspektion Schweich liest in der Unfallstatistik 2011. TV-Foto: Friedhelm Knopp

Kein Grund zum Jubeln, aber auch kein alarmierender Trend: Verkehrsexperte Friedhelm Fleischmann von der Polizeiinspektion Schweich liest in der Unfallstatistik 2011. TV-Foto: Friedhelm Knopp

Schweich. Wirklich alarmierend ist die Unfallentwicklung im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Schweich nicht: 1417-mal wurden die Beamten 2011 zu Unfällen gerufen. Das waren genau 110 Einsätze mehr als im Vorjahr, was einem Plus von 8,4 Prozent entspricht. Die Frage nach den Unfallursachen beantwortet Friedhelm Fleischmann, Experte für Verkehrssicherheit bei der PI Schweich, wie im vergangenen Jahr: "Hauptursache ist weiterhin die zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit." Auf den weiteren Plätzen folgen Vorfahrtsfehler, zu geringer Abstand, Alkohol- und Drogeneinfluss.
Die Zahl der Verletzten stieg von 212 auf nunmehr 244. Davon wurden 178 Menschen leicht verletzt, 66 erlitten schwere Verletzungen. Die Zahl der Verkehrstoten stieg von einem auf fünf. Es starben ein Rollerfahrer, ein Quadfahrer, ein Lastwagenfahrer und zwei Autofahrerinnen. Fleischmann: "Diese Zahl gibt aber keinen Trend wieder. 2010 hatten wir etwas mehr Glück - 2011 schlug der böse Zufall öfter zu."
Wie 2010 wurden 16 Unfälle mit Kindern registriert. Die meisten der verletzten Kinder saßen falsch oder gar nicht gesichert im Auto ihrer Eltern. Zwei dieser Kinder erlitten schwere Verletzungen. Unfälle auf dem Schulweg wurden wie im Vorjahr nicht gemeldet.
Die jungen Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren sind, gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung (etwa acht Prozent), überdurchschnittlich oft in Unfälle verwickelt. 280-mal (also bei fast 20 Prozent aller Unfälle) war die Altersgruppe 2011 beteiligt. Genau 200 dieser Unfälle hatten die jungen Fahrer verursacht. Die Hauptursachen: zu hohes Tempo, Alkohol und Drogen.
An insgesamt 184 Unfällen waren Senioren (über 65 Jahre) beteiligt - davon 123 auch als Verursacher. Die Hauptprobleme dieser Gruppe: Rückwärtsfahren und Einparken, Rechtsfahrgebot und Vorfahrt.
Die Unfälle mit Wild waren seit einigen Jahren rückläufig. Doch 2011 folgte wieder ein Anstieg um 21 Prozent. Insgesamt 389-mal (Vorjahr: 330 Unfälle) kam es zum Konflikt zwischen Tier und Kraftfahrer. Am häufigsten krachte es im Mai, November und Dezember. Einen Grund für die Veränderung kennt Friedhelm Fleischmann nicht. "Aber im längeren Zeitraum betrachtet war 2011 bei den Wildunfällen eher ein Durchschnittsjahr", sagt er.
Die Zahl der verunglückten Motorrad-, Roller- und Mofafahrer hat sich leicht auf 37 Fälle (2010: 33 Fälle) erhöht. Rund die Hälfte von ihnen wurde schwer verletzt. 2010 waren es nur 30 Prozent.

Die PI Schweich ist zuständig für die Verbandsgemeinde und die Stadt Schweich, für Teile der Verbandsgemeinden Ruwer und Trier-Land sowie für die Trierer Stadtteile Quint, Ehrang, Biewer, Pfalzel und Ruwer-Eitelsbach.
Extra

Groß in der Diskussion ist die geplante Reform des Flensburger Verkehrszentralregisters. Wichtigste Änderung: Nur wenn das Fehlverhalten des Kraftfahrers die Verkehrssicherheit gefährdet, soll das Delikt registriert werden. Für leichtere Verstöße ist ein Punkt vorgesehen, für schwerere Delikte soll es zwei Punkte geben. Allerdings wäre die Fahrerlaubnis schon bei acht Punkten weg - nicht wie bisher bei 18 Eintragungen. Dazu Friedhelm Fleischmann: "Mir erscheint es sinnvoll, die Punktevergabe nur auf sicherheitsrelevante Verstöße zu beschränken. Ob man heute viele Punkte für ein Delikt vergibt und erst bei insgesamt 18 Schluss macht oder ob man nur wenige Punkte vergibt bei einer niedrigen Endpunktezahl, gleicht sich meiner Meinung nach aus. Gut finde ich, dass sich die Punktezahl künftig leichter errechnen lässt." Nicht sinnvoll erscheine der geplante Wegfall der freiwilligen Aufbaukurse für Verkehrssünder. Der Punkteabbau durch Nachschulungen sei für die Betroffenen eine gute Möglichkeit, ihre Verhaltensdefizite im Verkehr zu erkennen. f.k.

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