250 Kinder in der Region Trier müssen mit der Krebserkrankung ihrer Eltern leben

Gesundheit : 250 Kinder in der Region Trier müssen mit der Krebserkrankung ihrer Eltern leben

Die Beratungsstelle Papillon erinnert am „Welttag der Kinder krebskranker Eltern“ an die häufig dramatische Situation der Betroffenen.

In der Region Trier sind jährlich etwa 250 Kinder von einer Krebserkrankung ihres Vaters oder ihrer Mutter mitbetroffen. Darauf hat die Beratungsstelle Papillon in Trier zum fünften Welttag für Kinder krebskranker Eltern am 8. November hingewiesen.

„Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt, verändert dies das Leben aller Familienangehörigen und kann große Ängste auslösen, hilflos und sprachlos machen“, sagt Gesundheitspädagogin Calita Mona die derzeit gemeinsam mit zwei Kolleginnen die Beratungsstelle in Trier führt,die derzeit 30 Famlien betreut. „Insbesondere Kinder werden in dieser Situation häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Sie fühlen sich schnell ausgeschlossen und können mit Schuldgefühlen, Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen reagieren.“

Wichtig ist dann die offene und altersgemäße Kommunikation zwischen Erwachsenen und Kindern. Wie diese funktioniert, erklären und üben die Mitarbeiterinnen von Papillon in der Beratungsstelle oder bei Hausbesuchen. „Wir betreuen die gesamte Region und fahren deshalb manchmal eine ganze Stunde, um zu den Familien zu kommen“, beschreibt Calita Mona eine Herausforderung für das ausschließlich auf Spendenbasis finanzierte Hilfeangebot. Dennoch gebe es keine Wartezeiten. „Wir helfen so schnell wir möglich.“

Getragen wird die Beratungsstelle von „Annas Verein“. Anna, ein lebensfrohes Mädchen, war an Krebs erkrankt und nach einer hoffnungsvollen Zeit 2003 daran gestorben. Im Jahr 2000 hatte sie zusammen mit ihren Eltern den Verein gegründet, um anderen Betroffenen zu helfen und ihnen Mut zu machen.

„2007 entstand erstmals die Idee, neben Projekten für chronisch- und krebskranke Kinder auch eine Anlaufstelle für die Kinder krebskranker Eltern ins Leben zu rufen“, erinnert sich Vorsitzender Hermann Becker. „Seit 2009 finden betroffene Familien in den Räumen in Trier Unterstützung bei der Verarbeitung und in Krisen.“

Die Kinder und Jugendlichen erfahren dort eine altersgerechte Aufklärung und kommen mit anderen in Kontakt, die ähnliche Erfahrungen machen. Das Angebot ist für die Familien kostenlos. „Es geht darum, die Familiendiagnose Krebs gemeinsam zu bewältigen“, sagt Calita Mona. Wegen der hohen Sensibilität des Themas ist kein offener Publikumsverkehr in der Beratungsstelle erwünscht. „Betroffene können per Telefon oder per Mail den Kontakt zu uns aufnehmen.“

Papillon ist Mitglied im bundesweiten Netzwerk „Interessensgruppe Kinder krebskranker Eltern“, (organisiert über die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Psychosoziale Onkologie), das sich für eine Lobby für betroffene Kinder und Jugendliche in Deutschland einsetzt. Die Beratungsstelle ist auf Spenden angewiesen und wirbt auch auf der Spendenplattform „Meine Hilfe zählt“ des Trierischen Volksfreunds um Unterstützung für ihre Projekte.

Eine Krebserkrankung der Eltern kann auch das Leben der Kinder zerstören. Damit das nicht passiert, hilft gegenseitige Unterstützung. Foto: Papillon

Kontakt: Beratungsstelle Papillon – Für Kinder krebskranker Eltern, Krahnenstraße 45,54290 Trier, Telefon 0651/9663033; E-mail kontakt@papillon-trier.de

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