264 Unterschriften für mehr Sicherheit

264 Unterschriften für mehr Sicherheit

Wirklich weiter gekommen ist die Diskussion um Parkplätze auf dem Don-Bosco-Bolzplatz in Trier-West nicht. Die Eltern protestieren nach wie vor dagegen, fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder. Gestern überreichten sie Oberbürgermeister Klaus Jensen 250 Unterschriften. Dezernentin Angelika Birk hatte keine Alternativen für den Ortsbeirat parat.

Trier-West. "Ich finde, es ist eine bodenlose Frechheit, dass 180 Parkplätze auf dem Bolzplatz entstehen sollen - in einer Umgebung, in der Kinder alleine spielen!" Sabine Synek ist aufgebracht über die Entscheidung der Stadt, inmitten von Kindergarten, Hort und offenem Treff Stellplätze für die Mitarbeiter des Hauses des Jugendrechts und des Jobcenters zu bauen. Weit mehr als 200 Kinder und Jugendliche besuchen diese Einrichtungen (der TV berichtete). Schon im Mai soll das Haus des Jugendrechts eröffnen, das Jobcenter im August, berichtet Bürgermeisterin Angelika Birk dem Ortsbeirat Trier-West/Pallien im Dechant-Engel-Haus.
"In der Planwerkstatt im Jahr 2009 wurde uns versprochen, dass der Innenbereich verkehrsberuhigt wird", sagt Synek. Stattdessen sollen nun mehr Autos auf dem Pater-Loskyll-Weg vorbei an Don-Bosco-Haus und der Spiel- und Lernstube Bauspielplatz bis vor den Kindergarten und Hort Walburga-Marx-Haus fahren. Und das zu Zeiten, an denen die Kinder auch unterwegs seien, stellt die 28-Jährige fest. Deshalb haben Synek, weitere Anlieger und Kinder gestern vor der Stadtratssitzung Oberbürgermeister Klaus Jensen 264 Unterschriften gegen das Vorhaben überreicht.
"Ich kann Ihren Ärger nachvollziehen", versucht Birk die Anwohner zu besänftigen. Doch eine Lösung hat sie nicht parat. Ursprünglich seien die Parkflächen dort geplant gewesen, wo das rosa Gebäude steht. "Ich habe gesagt, das geht nicht, so lange wir für die 28 Familien, die dort leben, keine neuen Wohnungen haben", gibt die Bürgermeisterin zu. Mitarbeiter der Stadtverwaltung hätten vor eineinhalb Jahren die Eigentümer möglicher Ausweichflächen angesprochen und zu hören bekommen: ,Nein, bei uns geht das nicht\', ,Das ist schwierig\'. "Aus Zeitgründen haben wir uns schweren Herzens für den städtischen Teil des Don-Bosco-Bolzplatzes entschieden."
Das Stellplatzproblem sei schon länger bekannt gewesen, "Es ist nicht so, dass das jetzt vom Himmel gefallen ist", kritisiert Jörg Reifenberg (CDU-Fraktion). "Bei uns ist Konsens, dass es eine Alternative geben muss!" Er sei nun im Gespräch mit Baudezernentin Simone Kaes -Torchiani. Matthias Hopp stetter (SPD) schlägt vor, Park + Ride ab dem Messepark anzubieten. Und Bernhard Hügle (Grüne) ergänzt, dass es annehmbare zu Fuß erreichbare Alternativen gebe. "Wir können sämtliche Planungen in den Schredder werfen, wenn es schon bei Parkplätzen Eigentumsprobleme gibt." Birk hat keinen leichten Stand. Ruhig berichtet sie, dass Kunden-, Behinderten- und Parkplätze für Einsatzwagen vor und hinter den Behörden gebaut werden sollen. Eventuell könne es eine gemischte Lösung mit weniger Stellflächen auf dem Bolzplatz geben, versucht sie zu beruhigen. Auch sollte ein moderierter Dialog mit Anwohnern und Mitarbeitern stattfinden, "sonst gibt es kein gutes Miteinander". Denn es gehe um die Sicherheit der Kinder. Die Übergangszeit, von der geredet werde, sollte definiert werden, fordert Petra Schütte (SPD). Sie werde die Vorschläge mitnehmen, verspricht Birk und fügt hinzu: "Mir wäre es sehr lieb, wir müssten diesen Weg nicht gehen.Extra

Ein Drittel eines Bolzplatzes in Trier-West soll Parkplatz werden. Dieser wird benötigt, weil nebenan das Haus des Jugendrechts und das Jobcenter eröffnen. Die 180 Mitarbeiter der Behörden wollen dort ihre Autos abstellen. Dagegen wehren sich die Eltern der Kinder, die dort leben. Denn rund um den neuen Parkplatz stehen ein Kindergarten, zwei Horts und das Don-Bosco-Haus. Mehr als 200 Kinder gehen dort hin. Die Eltern fürchten, dass sie ihre Kinder nicht mehr alleine spielen lassen können. Denn das ist bei so vielen Autos viel zu gefährlich. Deshalb haben sie 264 Unterschriften gegen die Stellflächen gesammelt und gestern Abend Oberbürgermeister Klaus Jensen überreicht. mehiExtra

Die stellvertretende Ortsvorsteherin Linde Andersen verpflichtete Monika Schwarz-Hügle (Grüne) als neues Mitglied im Ortsbeirat Trier-West/Pallien. Der Ortsbeirat verabschiedete einstimmig drei städtebauliche Maßnahmen, mahnte aber das fehlende Verkehrskonzept an: Sanierungsgebiet Bahnausbesserungswerk/Bobinet), Sanierungsmaßnahme sowie Integriertes Handlungskonzept Trier-West. Die beiden letzteren bilden die Grundlage für Anträge auf Mittel aus dem Städtebau förderungsgesetz und dem Programm Stadtumbau. Der Ortsbeirat befürwortete zudem den Bau einer Überquerungshilfe in der Bonner Straße in Höhe der Bahnunterführung zum Moselradweg. Er beteiligt sich mit 5000 Euro aus dem Ortsbeiratsbudget an den Kosten in Höhe von rund 15 000 Euro. mehi