30 000 feiern in Olewig

Eine prallgefüllte Festmeile, voll besetze Bänke im Klostergarten und ein 15-minütiges Feuerwerk: Die 62. Auflage des Trierer Weinfests hat rund 30 000 Besucher in den Stadtteil Olewig gelockt.

Trier-Olewig. Elisabeth I. strahlt mit ihrer Prinzessin um die Wette. Pausenlos sind die Hoheiten im Einsatz für den Trierer Wein. "Ich kann mich vor Leuten kaum retten", sagt Weinkönigin Elisabeth Grotowski. "Es ist ein wunderbares Gefühl!" Als sie das 62. Olewiger Weinfest am Freitag gegen 20.30 Uhr eröffnet, ist der Festplatz im Klostergarten nur mäßig besucht. Doch eine Stunde später strömen die Besucher in den Weinort. Rund 30 000 - so die Schätzung von Peter Terges, Vorsitzender der Trier-Olewiger Winzer - werden es an den ersten drei Tagen sein.

Am Samstag hält selbst der Regen die Besucher nicht ab. "Ich habe Angst, dass die Leute nicht in Stimmung kommen", befürchtet Prinzessin Marie Christine Hecken anfangs. Doch die lassen sich nicht beirren: Zu später Stunde ist kein Durchkommen mehr in der Olewiger Straße. Der Klostergarten, den Schrader@Parisi am Freitag und Frank Rohles' RoxxBusters am Samstag mit Rock- und Popsongs beschallen, füllt sich zusehens. Auch vor den Bühnen im Weingut St. Annenhof und am Hotel Blesius Garten bleiben Menschen stehen, lauschen der Musik; oder sie tanzen zu den Partyhits, die DJs vor der Weinstube Oberbillig auflegen.

Höhepunkt des Festes ist das Feuerwerk am Freitag, das entgegen erster Ankündigungen und dank Sponsoren wie gewohnt abgefeuert wird. Michael Theisen aus Igel bestaunt mit seinen Freunden die funkelnden Feuerkaskaden am Himmel. Ihn stören die wummernden Bässe aus den Boxen vor der Weinstube Oberbillig. "Die haben nach zehn Minuten die Musik wieder angemacht."

Elisabeth I. hat es zum Weinstand gezogen. In ihrem Glas eine liebliche Spätlese. "Ich bin eine ganze Süße!", betont die 24-Jährige. "Aber zum Essen trinke ich lieber trockenen Wein." Zu jedem Tropfen den richtigen Snack führt der Stand mit holländischem Bauernkäse, gewürzt mit Pesto, Senf oder Tzaziki, im Klostergarten. "Wir verkaufen gut! Viele Leute nehmen sich Käse mit nach Hause", sagt Gabrielle van Blommestein aus Hoogemade bei Leiden.

Ruhig verlaufen seien die beiden ersten Festtage, sagt Patrick Bettendorf (25) von Security Schmitt aus Riol, der mit drei Kollegen die Gäste auf mitgebrachte Flaschen kontrolliert. "Es gibt kaum Ärger. Die Leute verstehen, warum wir hier stehen."

Keine besonderen Vorkommnisse melden auch Polizei und Johanniter Unfallhilfe. "Die meisten der sieben Einsätze am Samstag waren Kreislaufgeschichten", sagt Dirk Cremer.

Peter Terges (56) ist "sehr zufrieden. Ein guter Durchschnitt, wenn auch nicht so gut wie im vergangenen Jahr", sagt er. Wenn er Sponsoren zusammenbekomme, stehe einer 63. Auflage nichts entgegen. Am Sonntag begeistern Christian Dirrs Stelzen-Jonglier-Zauberschau und Kinderliedermacher Thomas Rothkranz die kleinen Besucher. Morgen, Montag, klingt das Fest ab 18 Uhr aus.

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