30 Jahre Kleidermarkt

Trier · Célia Pohlmann hält eine blondgelockte Frisierpuppe in der Hand. "Die hat sich meine Tochter schon lange gewünscht", sagt die 44-jährige.

 Seit 30 Jahren dabei Margret Lux (links) und Inge Philippsen. Foto: privat

Seit 30 Jahren dabei Margret Lux (links) und Inge Philippsen. Foto: privat

In den meisten Geschäften sei die Puppe aber zu teuer. "Aber hier finde ich immer wieder Sachen", sagt Pohlmann.
Hier - das ist der Kinderkleiderladen im Gemeindezentrum St. Augustinus in Trier-Tarforst: Vor 30 Jahren haben Ehrenamtliche ihn ins Leben gerufen. Seither haben Eltern zweimal im Jahr Gelegenheit, nicht mehr benötigte Kindersachen abzugeben. Die Mitarbeiter sortieren die Stücke und legen sie aus - meist kommt ein breites Angebot zu sammen, vom Kinderwagen über Kleidung bis zu Spielsachen. Dann wird der Gemeinderaum wird zum Einkaufsmarkt. Nebenher beraten die Ehrenamtlichen, räumen auf und kassieren.
Viele Mitarbeiterinnen sind von Anfang an dabei. So wie Inge Philippsen (61) und Margret Lux (58). "Es macht einfach Spaß", sagt Lux. Trotz der vielen Arbeit. Denn sie arbeite mit einem tollen Team. "Und es ist ein Supergefühl, Mütter mit ihren Kindern rumgehen zu sehen, die sich freuen." Außerdem sei es "toll, dass die Sachen nicht einfach im Müll enden", sagt Philippsen. Dies sei auch ein Beitrag zum Erhalt der Schöpfung, wenn auch nur "ein kleiner Baustein", sagt Lux.
15 Prozent der Einnahmen des Kinderkleidermarktes gehen an einen guten Zweck. Über drei Jahrzehnte seien so sicher schon 25 000 Euro zusammengekommen, schätzt Philippsen. Das Geld floss etwa in den örtlichen Kindergarten, die Bücherei oder in die Messdienerarbeit.
30 Jahre Ehrenamt, zweimal im Jahr je drei Tage. Das ergibt 180 Stunden, die Lux und Philippsen über die Jahre für den Kinderkleidermarkt aufgebracht haben.
Als sie im Kinderkleiderladen angefangen haben, hatten sie selbst noch kleine Kinder. "Und wir haben damals gesagt, wir hören auf, wenn wir Großmütter sind", erklärt Philippsen. "Jetzt machen wir weiter, bis wir Uromas sind." red

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