30 Jahre Lucky`s Luke in Trier: Rock-Schuppen im Rotlicht-Kiez

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Vor 30 Jahren übernahm Jockel Ternes das Guckloch und machte daraus Lucky‘s Luke. Eine Rückschau, ein Ausblick und ein Geburtstagsspecial.

Als Jockel Ternes mal wieder eine Bierflasche über den Kopf bekommen hatte, war klar, dass er etwas ändern musste. Doch als der Betreiber der Bar Lucky‘s Luke aus dem Mutterhaus zurückkam, hatten sich schon Thekenkräfte an die Tür gestellt. Seitdem gibt es freitags und samstags Türsteher vor der Luke. Stress gibt es aber nur noch selten. „Früher war das Publikum schwieriger“, sagt Ternes. In der Luke trafen Studenten auf Arbeiter aus Trier-West. Dazu kamen Rocker und Rotlicht-Gäste. „Ich bin immer dazwischen, wenn eine Schlägerei war.“

Seit 30 Jahren betreibt Jockel Ternes nun die Luke. Mit 27 Jahren hat er sie 1989 übernommen. Da hatte der bei der Bundespost gelernte Fernmeldehandwerker schon fünf Jahre im Backwahn gearbeitet, das heute Zapotex heißt. Neben seinem Studium der Elektrotechnik. Der Sommer 1989 war ein heißer Sommer.

Sein Chef lieh Ternes an den Biergarten vom Mephisto (heute Petrusbräu) aus. Dort kam er mit Jörg Semmert in Kontakt. Der betrieb das Guckloch, von den meisten nur Schluckloch genannt. „Der suchte jemanden, der ihm den Laden abnimmt“, erinnert sich Ternes.

In den 1960er und Anfang der 1970er Jahre war die ganze Luxemburger Straße Rotlichtkiez. Mit Straßenstrich. Obendrein war die Luxemburger Straße die Hauptverkehrsader von Trier, da die Straße am anderen Moselufer noch nicht ausgebaut war. Die Damen gingen mit ihren Kunden wohl auch in das Haus, in dem heute die Luke ist. Dort wurden, so sagt man, stundenweise Zimmer vermietet.

Luke damals in früheren Jahren. Foto: Lucky's Luke

Ternes besorgte sich soviel Geld, wie er konnte, löste Semmert ab und übernahm das Lokal mit Kino-Saal und Nachtkonzession sowie den Pachtvertrag mit Löwenbräu. Als Namen wählte er „Lucky‘s Luke – Filmkneipe Trier“, benannt nach Lucky Luke, der dort aufgeführt wurde und der Zigarrenmarke Lucky Strike.

Über die Zeit hat sich die Luke auch optisch verändert. „Wir haben jedes Jahr für zwei, drei Wochen geschlossen und umgebaut“, sagt Ternes‘ Frau Kerstin. Beide haben sich natürlich in der Luke kennengelernt, nicht lange nach der Eröffnung. „Wir hatten auch immer künstlerisch aktive Gäste“, sagt Kerstin. Das Buntglasfenster oder die Stahlschweißkunstwerke sind von Gästen gefertigt.

Foto: Lucky's Luke

Die Luke lief immer gut, sagt Ternes. Das liegt zum einen an der Musik. Rock, Alternative, Punk, Metal und mehr. Dazu gibt es in der Region praktisch keine Alternative. Und zum anderen liegt es an moderaten Preisen.

Der Eintritt für den „Independent Club“ beträgt am Wochenende nur 3,50 Euro. Wer vor 23 Uhr kommt, zahlt nichts. Deswegen macht Ternes auch keine Konzerte mehr am Wochenende. Er hatte ein paar übernommen, als das Exhaus seine Räumlichkeiten wegen Brandschutz schließen musste. Aber dadurch war der Eintritt am Wochenende oft teuer und Ternes verlor viel Publikum.

Konzerte gibt es jetzt in der Woche. Geöffnet ist regulär von mittwochs bis samstags ab 20 Uhr. Bis Mitternacht kostet das Stubi nur 1,50 Euro – als Reaktion auf den Ein-Euro-Bier-Abend donnerstags im Club 11.

Bis 2011 gab es täglich zwei Filmvorführungen. Studentisches, Kunst- und Nischen-Programmkino, ein bisschen vergleichbar mit Arte, sagt Ternes. „Wir hatten auch die Erstaufführung von Tarantino. Reservoir Dogs“, erinnert sich Ternes‘ Frau Kerstin. „Den wollte sonst niemand bringen.“ „From Dusk till Dawn“ lief auch. Der Schriftzug ist heute noch außen am Fenster zu sehen, weil er so gut zur Luke passe, sagt Ternes.

22 Leute arbeiten mittlerweile bei ihm. Seit 2003 betreibt er mit seiner Frau Kerstin auch das Chrome in der Innenstadt. Aber man sieht ihn eher in der Luke, wo er immer noch als DJ auflegt. „Ich wollte immer als DJ arbeiten, aber niemand wollte mich auflegen lassen“, sagt Ternes. Seine Musik war vielen zu unkonventionell. Nur nicht den Gästen von Lucky‘s Luke in den vergangenen 30 Jahren.

Das Jubiläums-Programm in Lucky‘s Luke: Donnerstag: Konzerte von Dear Anima, The Jordan Bleu Blues Ninjas feat. Fred Barreto, U-Booty 23. Einlass ab 20 Uhr. Einlass frei. Freitag: Die Luke muss tanzen! Das Beste aus der Luke der 90er! Eintritt ab 23 Uhr. Eintritt: 3,50 Euro. Samstag: From Dusk till Dawn – Geburtstags-Special.

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