30 Jahre Stefan-Morsch-Stiftung: Der 6000. Spender kommt aus Trier

Trier · Der Trierer Christian Ruffing ist der 6000. Stammzellspender der Stefan-Morsch-Stiftung. Am heutigen Mittwoch wird ihm Knochenmark entnommen, das lebensrettend für einen an Blutkrebs erkrankten Patienten sein könnte.

 Der 27-jährige Christian Ruffing – hier mit Spenderausweis – spendet heute Knochenmark und hofft darauf, ein Leben retten zu können. Nach zwei Jahren können sich Spender und Empfänger treffen, wenn beide einverstanden sind. „Das würde ich gerne machen“, sagt Ruffing. TV-Foto: Frederike Krist

Der 27-jährige Christian Ruffing – hier mit Spenderausweis – spendet heute Knochenmark und hofft darauf, ein Leben retten zu können. Nach zwei Jahren können sich Spender und Empfänger treffen, wenn beide einverstanden sind. „Das würde ich gerne machen“, sagt Ruffing. TV-Foto: Frederike Krist

Foto: Frederike Krist (fkr) ("TV-Upload Krist"

Vor wenigen Tagen saß er noch am Lehrerpult und unterrichtete Geschichte und Erdkunde. Jetzt sind Osterferien. In diesen Ferien könnte Christian Ruffing zum Lebensretter werden. "Weil ich vor acht Jahren die richtige Entscheidung getroffen habe, kann ich jetzt helfen", sagt er.
Schon 2008 typisiert


Im Jahr 2008 hat er sich bei der Stefan-Morsch-Stiftung typisieren lassen, während er dort seinen Zivildienst absolvierte. Im Februar 2016 wurde er kontaktiert: Er komme als Stammzellspender infrage. Ruffing zögerte nicht damit, der Spende zuzustimmen. "Es ist ein gutes Gefühl, jemandem helfen zu können, dem nur man selbst helfen kann. Gleichzeitig ist es auch eine große Verantwortung."

Ruffing musste sich vier Tage vor der Entnahme selbst Spritzen setzen, die die Stammzellproduktion erhöhen. "Das ist nicht so einfach", gibt der Trierer zu. "Vor Nadeln habe ich schon immer Respekt gehabt. Aber ich habe den Menschen im Kopf, der auf meine Stammzellen angewiesen ist, deshalb muss ich meinen Anteil daran tun, dass die Entnahme glückt."

Christian Ruffing hat in Mainz und in Trier studiert. Die Arbeit in der Stefan-Morsch-Stiftung habe ihm so gut gefallen, dass er in den Semesterferien immer wieder dort gejobbt hat. "Ich bin froh, dass ich der Stiftung jetzt auch was zurückgeben kann", sagt er. "Ich habe dort wertvolle Erfahrungen gesammelt. Die Arbeit hat mir viel Spaß gemacht und hat mich menschlich weitergebracht." Ruffing ist in Sötern im Saarland aufgewachsen und lebt jetzt mit seiner Freundin in Trier. Vor kurzem hat er ein Referendariat am Peter-Wust-Gymnasium in Wittlich begonnen.

Der 27-Jährige ist der 6000. Spender der Stefan-Morsch-Stiftung. In diesem Jahre gibt es für die Stiftung, die in ihren Sitz in Birkenfeld hat, ein weiteres Jubiläum: ihr 30-jähriges Bestehen. Sie ist damit die älteste Stammzellspenderkartei in Deutschland. Stefan Morsch erkrankte mit 16 Jahren an Blutkrebs. 1984 wurde ihm als erstem Europäer fremdes Knochenmark übertragen. Zu dieser Zeit waren Stammzellspenden nur innerhalb der Familie denkbar.

Als Stefan im selben Jahr an einer Lungenentzündung starb, riefen seine Eltern Hiltrud und Emil Morsch die Spenderkartei ins Leben.

Heute sind über 27 Millionen Menschen in einer der verschiedenen Karteien registriert. Doch das sind noch immer nicht genug, um für jeden Erkrankten die passenden Stammzellen zu finden. Christian Ruffing: "Wenn man das passende Puzzleteil sein kann, sollte man es auch sein. Es gibt oft nur wenige Menschen, deren Stammzellen auf die eines anderen passen. Deshalb ist es um jeden schade, der sich nicht registriert."Extra

Die Erfolgsquote einer Stammzelltransplantation liegt bei etwas über 50 Prozent. Für viele Patienten ist es aber die letzte Chance. In die Spenderkartei kann sich jeder aufnehmen lassen, der zwischen 18 und 40 Jahre alt ist. Ein Fingerhut Blut oder ein Abstrich der Mundschleimhaut genügt für eine Typisierung, bei der im Labor die persönlichen HLA-Merkmale (humanes Leukozytenantigen) bestimmt werden. Sie sind für die Verträglichkeit der eigenen Stammzellen im Organismus eines anderen Menschen ausschlaggebend. Auf der Internetseite www.stefan-morsch-stiftung.com stehen alle Termine und Orte der Typisierungsaktionen. Ein Termin in der Nähe ist am Donnerstag, 7. April, von 17 bis 21 in der Geschwister-Scholl-Schule in Saarburg. fkr

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort