300 Seiten pure Heimat

Pünktlich zum Markt am Wochenende ist das Buch "Ehranger Heimat 2013" erschienen. Herausgegeben wird es vom Verein Ehranger Heimat. Nachzulesen ist viel Historisches aus dem Stadtteil. Aber auch Aktuelles wird für die Nachwelt festgehalten.

Horst Orth, Vorsitzender des Vereins Ehranger Heimat, wollte am Donnerstag eigentlich einige Mitglieder des Trierer Stadtrats begrüßen. "Keenen doa", sagt jedoch eine Dame lauthals aus dem Publikum heraus. Keiner der politischen Vertreter war nach Ehrang gekommen zur Vorstellung des neuen Jahrbuchs.
Seit 1997 bringt der Verein die Schriftenreihe mit dem Titel "Ehranger Heimat" alle zwei bis drei Jahre heraus. Der neue Band enthält viel zur Geschichte des Stadtteils, belegt aber auch aktuelle Ereignisse. "Es ist ein Spagat zwischen der Pflege des heimatlichen Schrifttums und der Dokumentation der Gegenwart", sagt Orth.

In der aktuellen Ausgabe findet sich zum Beispiel der Auszug aus dem Tagebuch einer Ehranger Bürgerin von 1944 ebenso wie Bilder der Erstklässler der vergangenen drei Jahre. Die erste Ausgabe erschien im Jahr 1929, damals widmeten sich drei Volksschullehrer dieser Aufgabe. "Die haben das gemacht, bis 1986 der letzte von ihnen starb", erzählt Günther Merzkirch, Schriftleiter des Vereins. Zehn Jahre später gründete sich die Ehranger Heimat und übernahm fortan das Werk der Ehranger Chronisten.

Der aktuelle Band ist 300 Seiten stark und mit einer Auflage von 500 Stück erschienen. "Ein Wermutstropfen, zu Spitzenzeiten haben wir 1100 Stück drucken lassen", bedauert Orth. Er erklärt sich die sinkende Auflage vor allem durch Desinteresse bei der jungen Generation: "Die leben in ihrer multimedialen Welt und interessieren sich nicht mehr so für Heimatpflege." Merzkirch sieht das Problem dagegen eher bei der steigenden Zahl der Zugezogenen im Stadtteil: "Die haben ja keinen Bezug mehr zum Ort und seiner Geschichte."

Das Jahrbuch "Ehranger Heimat 2013" ist ab sofort beim Vorstand des Vereins sowie an allen bekannten Verkaufsstellen erhältlich. Zusätzlich wird es an diesem Wochenende auf dem Ehranger Markt verkauft. Der Preis beträgt sechs Euro. Weitere Informationen zum Buch und zum Verein gibt es im Internet unter
www.ehranger-heimat.de