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31 Chöre auf elf Plätzen bringen Trier zum Singen

31 Chöre auf elf Plätzen bringen Trier zum Singen

Die Initiatoren der Trierer Chormeile haben in diesem Jahr auch erstmalig ein Offenes Singen auf dem Kornmarkt initiiert: Hunderte trällerten mit - Schlager, Kanons, Volkslieder. Auf elf Plätzen gaben 31 Chöre den ganzen Tag Konzerte. Gegen 18 Uhr wurde es wieder leiser in der Fußgängerzone.

Trier. Das Verlangen, gemeinsam zu singen, scheint in Trier riesig zu sein. Hunderte von Sangeslustigen trudelten am frühen Nachmittag auf dem Kornmarkt ein, griffen nach den Blättern mit Liedtexten und warteten auf das Startsignal von Anja Kehrbaum (44).
Die Leiterin des Kreischores griff in die Tasten des Keyboards und der Chor aus gezielt Vorbeigekommenen und zufällig vorbeihuschenden Passanten schmetterte los: "Froh zu sein bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König." Flugs war der Kanon einstudiert, danach wurden Schlager und Volkslieder angestimmt. "Es macht Spaß in der Gemeinschaft zu singen", meinte Martin De Groof (74) aus Herzogenbusch.
Erster Auftritt


Nach 30 Minuten musste die Dirigentin die Sängerinnen und Sänger erst einmal bremsen. Der Grund: der Auftritt des Seniorenchors "Die Uhus" aus Konz stand auf dem Programm. "Es ist unser erster Auftritt auf der Chormeile", sagte Marianne Buschmann (85) kurz bevor sie sich in ihren Chor einreihte. Ottilie Metzdorf (78) sagte: "Meist treten wir in Altersheimen auf. Wir freuen uns auf diesen Auftritt." "Uhus" steht übrigens für Unter-Hundertjährige. Etliche der Teilnehmer des Offenen Singens nutzten auch das Konzert der Uhus, um wieder mitzusummen und mitzusingen. Kurt Müller, Vorsitzender des Kreis-Chorverbands Trier Stadt e.V. war sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Chormeile 2014, an der rund 950 Sängerinnen und Sänger teilgenommen hatten. Für nächstes Jahr hat er ein ehrgeiziges Ziel: die Tausendermarke soll geknackt werden.
Plattform für Chöre


Die Entwicklung der Chormeile, deren Idee aus dem Liedertafelfestival in Triers Partnerstadt Herzogenbusch stammt, stimmt Müller froh. "Wir bieten Chören hier eine Plattform, die ihre Kinderkrankheiten überwunden hat", sagte der Vorsitzende.
Neben dem Kreis-Chorverband gehören die City-Initiative Trier e.V., die Gesellschaft Herzogenbusch-Trier e.V. sowie die Stadt Trier/ttm GmbH zu den Veranstaltern. kat
Extra

Diese Chöre aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Hessen, Luxemburg und Triers Partnerstadt Herzogenbusch waren von der Porta Nigra bis zur Fahrstraße am Samstag zu hören: A-Pakella, Blechbläser-Ensemble, Cantabile, Chorale Lidderfrenn Mondercange, Chorgemeinschaft Bruchhof-Jägersburg, Chorgemeinschaft Männerquartett Meurich 1954 und MGV Eintracht Weiten, Chorschatten Reinsfeld, Chorwerkstatt für Erwachsene, Die neue Generation Dilmar, Eurener Kirchturmkooben, Gemischter Chor Freunde der Kirchenmusik Bachem, Gemischter Chor Lorscheid, Gesangverein Trierweiler, Jazz und Pop Chor, Klangvolk e.V., Koor Eigen Wijs Empel, Liedertafel 1927 Irsch e.V., Lollipops Niederbrechen, Marx Chor, MGV Frohsinn 1912 Niederbrechen, MGV Germania Elm 1905, MGV Trier-Euren 1912, Popkoor 3x3, Projektchor neuapostolische Kirche Trier, Quartettverein Concordia Reinsfeld, Seniorenchor Die Uhus Konz, Shanty-Chor-Freudenburg 1995, Smartlappenkoor Tis nie te geleuve, Smartlappenkoor Warempel, Trierische Liedertafel 1835, vocalXpress. katExtra

Warum Menschen zum Kornmarkt strömten, um beim Offenen Singen mitzumachen: Rosa Beese (72) aus Schoden: "Singen ist mir wichtig, es ist Teil meines Lebens. Vor allem Kanons finde ich toll, die singt man ja kaum noch." Werner Feld (58) aus Saarburg: "Toll, dass so etwas in Trier stattfindet. Besonders Kanons gefallen mir, denn da kann auch jeder mitmachen." Nathalie Bley (30) aus Luxemburg: "Ich singe im Chor A-Pakella und ich freue mich, besonders darauf "Schön ist es auf der Welt zu sein" zu singen." Rosi Hampel (72) aus Waldrach: "Hier werden Volkslieder gesungen, die ich seit der Schulzeit nicht mehr gesungen habe, schön!"