31-mal zu lange am Steuer

151 LKW und zwölf Reisebusse haben deutsche, luxemburgische und französische Beamten von Mittwoch, 15. Juli, bis Freitag, 17. Juli, auf den Bundesautobahnen A 1 (Rastplätze Hetzerath und Rivenich) und A 64 (Rastplätze Sauertal und Markusberg) bei einer großangelegten Kontrolle überprüft (der TV berichtete). Mehr als 90-mal stellten sie Mängel fest - zum Teil erhebliche wie Verstöße gegen Sozialvorschriften oder gerissene Bremsscheiben.

Trier/Hetzerath/Rivenich. (red) Täglich werden auf den Straßen in der Region Tausende von Tonnen an Gütern, darunter auch Gefahrstoffe und Abfälle, transportiert. Dabei kommt es immer wieder zu Unfällen wegen fehlender oder unzureichender Ladungssicherung oder Überschreitung von Lenkzeiten. Deshalb kontrollierte das Polizeipräsidium Trier von Mittwoch, 15. Juli, bis Freitag, 17. Juli, auf den Bundesautobahnen A 1 (Rastplätze Hetzerath und Rivenich) und A 64 (Rastplätze Sauertal und Markusberg) den Güter- und Reiseverkehr.

Begleitet wurden die stationären Maßnahmen durch mobile Kontrollen auf den Bundesstraßen. Hauptaugenmerk legten die Beamten auf die Sicherung der Ladung, Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten sowie den technischen Zustand der kontrollierten Fahrzeuge und Reisebusse. Auf der Grundlage des "Prümer Vertrags" kontrollierten der luxemburgische Zoll und die Polizei des Großherzogtums auf dem Parkplatz Markusberg den gewerblichen Reiseverkehr. Dabei kam der mobile Prüfstand der Société Nationale de Contrôle Technique (SNCT) zum Einsatz. Französische Polizisten begleiteten die Kontrolle als Beobachter.

Ingesamt kontrollierten die Beamten 151 LKW - darunter 34 Gefahrgut- und Abfalltransporter - und zwölf Reisebusse. Überwiegend, nämlich 31-mal, ahndeten die Beamten Verstöße gegen Sozialvorschriften wie beispielsweise die Überschreitung der zulässigen Lenkzeiten. In 19 Fällen bemängelten sie die unzureichende oder fehlende Sicherung der Ladung. Daneben schlugen Verstöße gegen gefahrgutrechtliche Vorschriften (14-mal) und gegen abfallrechliche Vorgaben (sechs Mal) zu Buche.

Mehr als 20 Fahrzeuge verkehrsgefährdend



22 Fahrzeuge erhielten Mängelberichte. 21 LKW und Bussen wurden wegen unzureichender Ladungssicherung, Überschreitung der Lenkzeiten sowie technischer Mängel die Weiterfahrt untersagt. Vier Fahrzeugführer waren ohne Führerschein unterwegs. Ein Fahrer saß bei der Kontrolle unter Drogeneinfluss hinter dem Steuer eines 40-Tonners. Ein Gefahrgutfahrzeug, beladen mit einer brennbaren Flüssigkeit, hatte solch gravierende technische Mängel, dass die Weiterfahrt untersagt werden musste: Beide Bremsscheiben waren gerissen.

Vom Zoll wurde ein Fahrer angehalten, der 120 Kilogramm Kaffee schmuggelte. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung. Die Finanzkontrolle "Schwarzarbeit" überprüfte 130 Fahrzeugführer. Sechs mal ergab sich der Verdacht auf Leistungsbetrug.

Während der dreitägigen Kontrollaktion waren täglich über 60 Beamte der fünf Polizeipräsidien des Landes, der Bereitschaftspolizei sowie des Landeskriminalamtes im Einsatz. Daneben beteiligten sich Bundespolizei, das Bundesamt für Güterverkehr, die Finanzkontrolle "Schwarzarbeit", die Mobile Kontrollgruppe des Zolls, die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord sowie das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht. Feldjäger und Gefahrgutbeauftragte der Bundeswehr kümmerten sich um militärische Schwertransporte. Die Beamten erhielten sogar Unterstützung aus der Luft durch einen Polizei-Hubschrauber.