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35 Schüler lassen Waldrach hoffen

35 Schüler lassen Waldrach hoffen

Vorerst aufatmen heißt es für die Realschule plus Waldrach: Die Zahl der Fünftklässler bleibt im Vergleich zu 2012 konstant. Auch die lang erwartete Brandschutzmodernisierung erfolgt in den Sommerferien. Ob die Schule langfristig erhalten bleibt, ist dennoch weiter ungewiss.

Waldrach. Gute Nachrichten für die Realschule (RS) plus in Waldrach: 35 Schüler haben sich angemeldet, die ab August die Ruwertalschule besuchen wollen. Außerdem kündigt der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz an, dass in den Sommerferien der Brandschutz im Gebäude modernisiert wird.
Für den Kreis als Schulträger sind die Schülerzahlen ein wichtiges Signal: Sie bedeuten, dass die Einrichtung klar zweizügig bleibt. "Wir haben jetzt eine stabile Entwicklung", sagt Schartz. Im Vorjahr gab es 36 Schulanfänger, 2011/12 waren es 28. Und trotzdem sind die Zahlen ein Problem: Denn laut Landesschulgesetz braucht eine Realschule plus in allen Klassenstufen mindestens drei Parallelklassen. Der Fortbestand der Waldracher Schule steht deshalb auf der Kippe.
Über eine Schließung müsste der Kreis entscheiden. Landrat Schartz verweist aber auf fehlende Vorgaben des Landes. In Rheinland-Pfalz gibt es etwa 40 kleine Realschulen plus, die nicht dreizügig sind. Ihr Schicksal soll eine Arbeitsgruppe von Landesbildungsministerium und Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) klären. "Wir kennen bisher kein Ergebnis", sagt Schartz. Zudem habe nicht nur Waldrach niedrige Anmeldezahlen, sondern auch die RS plus Kell/Zerf (siehe Extra): "Bevor wir Lösungen angehen, muss das Land die Rahmenbedingungen klären."
Land arbeitet an Leitlinien


Laut ADD-Sprecherin Eveline Dziendziol gibt es einen Entwurf für "Leitlinien zur Prüfung von Ausnahmen von der Mindestgröße bei Realschulen plus". Dieser solle "in Kürze" mit kommunalen Spitzenverbänden, Personalräten und dem Landtagsausschuss diskutiert werden, um dann eine "fundierte Entscheidung" über den Fortbestand der Schulen treffen zu können.
Vom Erhalt der Ruwertalschule hängen weitere Investitionen ab. Rund zwei Millionen Euro würde der Kreis für die Sanierung des mehr als 40 Jahre alten Gebäudes ausgeben - jedoch nicht ohne positives Signal aus Mainz. Seit 2009 bestehende Brandschutzmängel sollen allerdings jetzt behoben werden. In den Sommerferien werden für 310 000 Euro zusätzliche Rettungswege eingerichtet. Ein Viertel der Kosten trägt die Verbandsgemeinde (VG) Ruwer als Gebäude-Eigentümerin, eine Landesförderung ist beantragt. "Wir bessern im gesetzlichen Rahmen nach, verzichten aber auf nicht Notwendiges wie eine neue Beleuchtung", erläutert Schartz. "Es ist aber kein Brandschutz light, alles ist ordentlich abgestimmt", betont VG-Bürgermeister Bernhard Busch.
Der VG-Chef spricht sich weiter klar für den Erhalt der Schule aus: "Die Anmeldezahlen sind zwar konstant zu niedrig, aber sie sinken nicht." Busch sieht den Schulstandort Schweich zwar als "klaren Gegenpart". Dessen Fokus liege aber mit der angestrebten Fachoberschule "auf einer Schullaufbahn bis 18 Jahre". Waldrach könne sich dagegen als Schule "mit direktem Übergang in den Beruf profilieren". Dieses Ziel verfolgt auch der Leiter der Ruwertalschule Michael Elbert. Dass der Brandschutz nun kommt, versteht er als "Signal des Trägers, dass er sich für den Standort stark macht". Auch mit der Entwicklung der Anmeldezahlen ist Elbert "zufrieden". Die ungewisse Zukunft der Schule, sagt er, beeinflusse die "tägliche Arbeit in Unterricht gar nicht". Aber: "Ein positives Signal des Landes wäre eine Erleichterung."Meinung

Mainz muss jetzt Klartext sprechen
Die Zahl der Fünftklässler an der Realschule plus Waldrach ist seit drei Jahren stabil. Der lang geplante zusätzliche Brandschutz kommt nun endlich. Das sind positive Nachrichten für Eltern, Schüler, Lehrer und Schulleitung. Die wichtigste Frage, die nach dem langfristigen Erhalt der Schule, bleibt jedoch weiter unbeantwortet. Das ist nicht nur eine Qual für alle Betroffenen. Es führt außerdem dazu, dass die dringend notwendige Sanierung vorerst aufgeschoben ist. Schon deshalb ist es an der Zeit, dass das Land zum Umgang mit den kleinen Realschulen plus endlich eine Entscheidung fällt - auch wenn das ein unbequemes Thema ist. Bis es so weit ist, darf der Kreis in Mainz nicht locker lassen, muss mit Nachdruck die Entscheidung fordern. Und für die Waldracher gilt: Konsequent am pädagogischen Konzept arbeiten, das inhaltliche Profil weiter schärfen. Nur so kann eine Einrichtung im Wettbewerb unter den Schulen bestehen. c.weber@volksfreund.deExtra

Mit 35 Anmeldungen für das Schuljahr 2013/14 ist die Realschule (RS) plus in Waldrach kreisweit nicht mehr das Schlusslicht. Die Schule in Kell am See/Zerf wollen ab August lediglich 27 Fünftklässler besuchen. In Konz gab es 72 Anmeldungen, in Saarburg 110, an der Realschule plus in Schweich 146. Die Integrierte Gesamtschule Hermeskeil hat 95 Anmeldungen. Insgesamt sind die Schülerzahlen laut Kreisverwaltung im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Den stärksten Rückgang verzeichnet Kell/Zerf (minus 14). cweb