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350 Gäste kommen zum Neujahrsempfang des Kirchenkreises

350 Gäste kommen zum Neujahrsempfang des Kirchenkreises

Zum Schuljahresbeginn veranstaltet der evangelische Kirchenkreis jedes Jahr einen Neujahrsempfang zu bildungspolitischen Themen. Dieses Jahr war der Pädagoge Heinz Klippert, Dozent am Erziehungswissenschaftlichen Fort- und Weiterbildungsinstitut der evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz, zu Gast.

Trier. (gsb) Der Andrang in der Basilika beim Neujahrsempfang des Evangelischen Kirchenkreises Trier hat das große Interesse an den Ideen von Heinz Klippert bestätigt. Seit 1977 ist der promovierte Politologe Dozent am Erziehungswissenschaftlichen Fort- und Weiterbildungsinstitut der evangelischen Kirchen Rheinland-Pfalz (EFWI) in Landau. Bekannt geworden ist er durch seine Veröffentlichungen zu Methodentraining und Schulentwicklung und gilt laut dem Magazin "Zeit" als "heimlicher Bestseller". Mittlerweile beziehen sich etliche Lehreraus- und -fortbildungen auf die Ansätze Klipperts, und seine Lernhilfen haben Eingang in den Schulunterricht gefunden. 350 Gäste interessierten sich für seine Konzepte und kamen in die Basilika zu dem Vortrag "Heterogenität im Klassenzimmer - Wie Lehrkräfte effektiv und zeitsparend damit umgehen können".

Superintendent Christoph Pistorius begrüßte die Gäste, darunter Oberkirchenrat Klaus Eberl und Josef Peter Mertes, Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion. Mertes nutzte die Gelegenheit, Bilanz über das vergangene Jahr zu ziehen und über Neuerungen zu Schuljahresbeginn zu informieren. Dazu gehören die Einführung der Lernmittelfreiheit, die Schulstrukturreform sowie der Ausbau der Ganztags- und Schwerpunktschulen.

Ohne eine Garantie geben zu können, wolle er an den Standorten der kleinen Grundschulen möglichst lange festhalten, bekräftigte Mertes. Handlungsbedarf gebe es dagegen bei den Schwerpunktschulen, bei denen das Angebot ausgeweitet werden müsse.

Klippert stellte seinem Vortrag aufrüttelnde Zahlen voraus: 1,5 Milliarden Euro würden jährlich für Nachhilfe ausgegeben, und 24 Prozent der 15-Jährigen seien mindestens einmal sitzengeblieben.

Zu Klipperts praxisbezogenen Anregungen gehören das Training von Lern-, Arbeits-, Gesprächs- und Teammethoden. Wichtiger Bestandteil sei die Schülerkooperation, in der sie sich wechselseitig beraten und kontrollieren könnten.

Dem Vortrag von Klippert schlossen sich ein Imbiss und ein Umtrunk an. Musikalisch wurde der Abend mit Orgelmusik von Kantor Martin Bambauer gestaltet.