36 Nationen unter einem Dach

TRIER. (thk) 158 Studierende aus 36 Ländern wohnen im Studierendenwohnheim Cusanushaus am Moselufer. Es ist damit wohl das internationalste Wohnheim in Trier. Doch für ein sicheres Überqueren der Zurmaienerstraße ist immer noch nicht gesorgt.

Wenn viele schon den Traum einer multikulturellen Gesellschaft aufgegeben haben, im Kleinen wird er schon seit vielen Jahren am Moselufer, nur wenige Meter neben der Jugendherberge, gelebt. In elf international gemischten Wohngruppen leben die Studierenden im Cusanushaus. Sie teilen sich Herd, Kühlschrank und Dusche. Trotz verschiedener Sprachen und Kulturen funktioniert das. Was noch wichtiger ist, sie leben nicht nebeneinander, sondern miteinander. Sie lernen voneinander, sie entdecken Unterschiede in den Kulturen, aber auch Gemeinsamkeiten.Bewohnt bis in den letzten Winkel

Das passiert beim gemeinsamen Kochen, aber auch in der Diskussion über aktuelle Konflikte. Denn, so betonte Herbert Hoffmann, Vorsitzender des katholischen Studentenwerks Trier, dem Betreiber des Cusanushauses: "Von aktuellen Konflikten zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalität, Sprache, Kultur und Religion aus den Medien zu hören ist das eine, sie unter dem selben Dach aufzunehmen das andere". Wie beliebt das Wohnheim seit mehr als 40 Jahren bei den Studierenden ist, zeigt die Tatsache, dass in all den Jahren das Haus bis in den letzten Winkel bewohnt war. In den vergangenen 15 Jahren wurden mehr als zwei Millionen Euro in das Wohnheim investiert. Auch in Zukunft stehen Investitionen an, um das Haus zu modernisieren. Dazu zählen neben der Installation von Internetanschlüssen auf den Zimmern auch Reparaturarbeiten an den Dächern des Heims. Die Studierenden schätzen besonders die Freizeitangebote des Hauses wie Billard, Tischtennis und die Möglichkeit, Fußball zu spielen. Den Wohnwert steigert für die Bewohner auch die Lage des Hauses direkt am Moselufer. Doch der Vorteil des Cusanushauses im Vergleich zu anderen Wohnheimen ist für alle die Internationalität der Bewohner. "Hier sind viele junge Menschen aus verschiedenen Ländern, so hat man Kontakt mit vielen Kulturen", sagt Mohamed Hossein aus Marokko. Die Studierenden und Heimleiter Josef Koch haben aber auch einen Wunsch, und der richtet sich an die Stadt Trier. Die Stadtverwaltung solle endlich dafür sorgen, dass eine Ampelanlage an der Zurmaienerstraße installiert wird, die das sichere Überqueren der Straße garantiert. Denn zwei Bewohnerrinnen des Hauses wurden in der mehr als 100 Meter entfernten Unterführung Opfer eines Überfalls. Trotz Zusagen der Stadt, einen Überweg einzurichten, sei noch nichts passiert. "Die Stadt schafft es nicht, für die Sicherheit der Bewohner des Cusanushauses, und für die der Touristen in der Jugendherberge zu sorgen", sagt Heimleiter Josef Koch. Aus dem Rathaus verlautete jedoch, mit Ausbau der Zurmaienerstraße würde auch der Fußgängerüberweg realisiert. Die Planung sei bereits abgeschlossen, die Finanzierung gesichert.