40 Jahre, drei Domizile: Das Eurener Jugendzentrum

Trier-Euren · Ein wichtiger Anlaufpunkt für Jugendliche in Euren ist das Jugendzentrum in der Ottostraße. Dort befindet sich die Einrichtung erst seit März dieses Jahres. Angefangen hatte alles vor 40 Jahren in der St.-Helena-Straße.

Trier-Euren. Helle und freundliche Räume mit Spielgeräten und Rückzugsmöglichkeiten. Dazu eine Sozial-Pädagogin und ein Erzieher. Das hat das Eurener Jugendzentrum in der Ottostraße zu bieten. Man merkt Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz an, dass er stolz auf diese Einrichtung ist.
Die Historie ist ihm wohlbekannt, war er doch vor mehr als 40 Jahren einer der jungen Leute, die sich beim damaligen Bürgermeister Paul Kreutzer mit Nachdruck für ein Jugendzentrum in Euren einsetzten. "Erfreulicherweise war Bürgermeister Paul Kreutzer sehr offen für unser Anliegen", erinnert er sich. In mehreren Gesprächen wurden unterschiedliche Denkmodelle durchgespielt, fachlich begleitet von einem Professor der Universität Trier. 1974 war es soweit, in der St.-Helena-Straße eröffnete das Jugendzentrum. Fünf Jahre später, 1979, übernahm Marita Wollscheid die Leitung der Einrichtung. "Bis dahin war es ein selbstverwaltetes Jugendzentrum so wie das Exhaus in der Zurmaiener Straße." Der erste Eindruck von ihrem neuen Arbeitsplatz blieb haften: "Da war kein Stuhl mehr heil." Damit nicht genug, das Haus war zudem einfach in die Jahre gekommen.
1984 bekamen die Eurener ihr Bürgerhaus und damit zog auch das Jugendzentrum dorthin um. "Bürgermeister Kreutzer hatte das zur Bedingung gemacht, dass das Jugendzentrum im Bürgerhaus seinen Platz haben muss", erinnert sich Schmitz. Platz war dort reichlich. "Uns standen rund 400 Quadratmeter zur Verfügung", sagt Marita Wollscheid. Mit dem anstehenden Umzug des Bürgerhauses in die Ottostraße musste sich das Jugendzentrum 2012 neu orientieren. Im Obergeschoss einer Gewerbehalle fand sich die geeignete Fläche. Dank eines Aufzuges können sogar Rollstuhlfahrer in das Zentrum: "Die Barrierefreiheit war für uns ein ganz wichtiger Aspekt. Wir haben hier zwar 150 Quadratmeter weniger zur Verfügung, dennoch fühlen wir uns pudelwohl", so Wollscheid.
Diese Einschätzung teilen auch die Jugendlichen, die die Einrichtung an mindestens fünf Tagen in der Woche von 14 bis 21 Uhr nutzen können. Rund 30 Kinder und Jugendliche kommen täglich hierher, wo sie von Erzieher Paul Tholl und Leiterin Marita Wollscheid pädagogisch betreut werden. Ein Internetcafé befindet sich dort. Angeboten werden Hausaufgabenhilfe, Hip Hop Training, Theaterproben und Kunstseminare. In den Ferien finden Stadtranderholungen sowie Ausflüge statt, die stark nachgefragt werden. Besonderen Wert legt Wollscheid auf die Feststellung, dass es sich hierbei um eine offene Einrichtung handelt: "Bei uns steht die Freiwilligkeit im Vordergrund, es gibt kein Muss zu irgendeiner Handlung." flo