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400 Menschen demonstrieren für die Vielfalt

400 Menschen demonstrieren für die Vielfalt

Wegen ihrer sexuellen Orientierung werden Menschen weltweit immer noch verfolgt und diskriminiert, ebenso wie viele Flüchtlinge. Dagegen haben rund 400 Teilnehmer am Samstag in der Trierer Innenstadt demonstriert. Redner forderten die Bürger auf, am 25. Mai zur Wahl zu gehen und ein Zeichen zu setzen.

Trier. "Es ist wichtig, einzustehen für ,andere\' Menschen, was auch immer dieses Anderssein begründet und bedeutet", erklärt Reinhold Spitzley auf dem Viehmarkt vor rund 200 Zuhörern. Weiterhin sei es wichtig, "ganz besonders einzustehen für Menschen, die ihre Heimat, ihre Familie verloren haben, und die Schutz bei uns suchen."
Der Geschäftsführer des Vereins Palais spricht während der "Demo gegen Rassismus und Homophobie", zu der der Verein "Für ein buntes Trier" aufgerufen hatte. Das breite Bündnis aus Parteien, Organisationen und Gewerkschaften warnte im Vorfeld der Europawahlen vor menschenfeindlichen Parteien - und davor, solchen in die Hände zu spielen, indem man der Wahl fernbleibt.
"Wer nicht wählt, wählt rechts", war dann auch eine oft gerufene Parole während des Zuges vom Hauptbahnhof durch die Fußgängerzone über Kornmarkt, Viehmarkt und Hauptmarkt. Zeitweise bis zu 400 Teilnehmer machten dabei mit und ließen Fahnen etwa von SPD, Grünen, Linken und Piraten im Wind flattern. Banner erinnerten an von Nazis ermordete Trierer oder forderten die Schließung von Flüchtlingslagern.
Erinnerung an Nazizeit


Marcus Heintel vom Deutschen Gewerkschaftsbund erinnerte an die Opfer des Nationalsozialismus unter den Gewerkschaften - und die Lehren, die daraus gezogen wurden: "Für die Demokratie, für Freiheit und Menschenrechte haben viele Frauen und Männer lange gekämpft. Manche sind sogar dafür in den Tod gegangen. Wir sind ihnen in besonderem Maße verpflichtet!" Heintel appellierte, am 25. Mai wählen zu gehen und demokratischen Parteien die Stimme zu geben: "Besonders zur Kommunalwahl hier in Trier!"
Den Abschluss machte eine Kundgebung vor der Porta Nigra, ausgerichtet vom schwul-lesbischen Zentrum Schmit-Z. Schließlich stand die Demonstration auch im Zeichen des Internationalen Tags gegen Homophobie und Transphobie.
Bernd Geller von der Aids Hilfe Trier erinnerte daran, dass nicht-heterosexuelle Lebensweisen weltweit nach wie vor sogar per Gesetz verfolgt würden. Und selbst da, wo das nicht mehr so sei, gebe es oft immer noch einen spürbaren Unterschied "zwischen bloßer Toleranz und echter Akzeptanz". So habe die Aids Hilfe etwa an einer Trierer Schule während der Vorbereitungen zu einer Veranstaltung zur Aids-Prävention deutliche Feindseligkeit erfahren - durch das Lehrpersonal, nicht die Schüler.
Dann stiegen vor der Porta Nigra Hunderte Ballons in den wolkenlosen blauen Himmel - ein letztes Statement für Vielfalt und Verständigung, mit der die rund dreistündige, friedliche Demonstration endete.