470 Studenten ohne Professor

Aufregung an der Uni Trier: Christoph Antweiler, einziger Professor für Ethnologie, hat seinen Wechsel an die Universität Bonn angekündigt. Unter den Studenten herrscht Verunsicherung, wie es mit dem Fach weitergeht.

 Wechselt zur Universität Bonn: Triers einziger Ethnologie-Professor Christoph Antweiler. TV-Foto: Tobias Sauer

Wechselt zur Universität Bonn: Triers einziger Ethnologie-Professor Christoph Antweiler. TV-Foto: Tobias Sauer

Trier. 470 Studierende - kein Professor? Dies befürchten die Studenten des Faches Ethnologie an der Universität Trier, nachdem Professor Christoph Antweiler seinen Wechsel an die Universität Bonn zum nächsten Semester angekündigt hat. Antweiler ist der einzige Ethnologie-Professor an der Universität. Die Verunsicherung unter den Studenten ist daher groß: "Ich habe noch nichts darüber gehört, wie es mit dem Fach weiter geht", sagt Studentin Linda Manuel. "Die Qualität der Lehre wird sicher darunter leiden.""Ohne einer Entscheidung vorgreifen zu wollen: Gerüchte, nach denen das Fach abgewickelt werden soll, entbehren der Grundlage", beruhigt Antweiler die Studierenden. Auch Uni-Präsident Professor Peter Schwenkmetzger tritt für eine Wiederbesetzung der Stelle ein: "Ich bin der Meinung, dass eine Ethnologie-Professur erhalten bleiben muss." Nach bisherigen Informationen könne das Verfahren dafür im günstigsten Falle innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden, erklärt Christoph Antweiler. Bis dahin werde versucht, die Professur vertreten zu lassen. "Die Zahl der Lehrveranstaltungen in der Ethnologie soll aufrechterhalten werden." Gründe für den Wechsel seien die sehr guten Forschungsmöglichkeiten an der Uni Bonn. Zudem seien die Bedingungen für Fächer mit nur einer Professur immer schwierig. So sei der Verwaltungsaufwand an der Uni Trier vergleichbar mit dem an größeren Instituten - müsse aber von weniger Personen bewältigt werden. Hätte eine zweite Professur für die Trierer Ethnologie den Wechsel verhindern können? "Ja", sagt Christoph Antweiler. Eine zweite Professur könne aber wohl nur durch zusätzliche Landesmittel finanziert werden. Florian Krause, Sprecher des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (Asta), spricht sich für eine bessere Finanzierung der kleinen Fächer aus. Hier sei besonders das Land gefordert, da der Bildungsetat zu niedrig sei. "Aber die Universität darf die vorhandenen Gelder nicht einseitig zu Lasten der kleinen Fächer verteilen." Uni-Präsident Schwenkmetzger hingegen lehnt eine andere Mittelverteilung ab: "Dann müsste man eine andere Lücke aufreißen - zum Nachteil der Studierenden."