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50 Tonnen gesammelt: Die Großaktion Mosel CleanUp hatte ihre nachhaltige Premiere

Engagement : Von giftigem Kleinvieh und großem Mist

Die Mosel ist um viele Tonnen Müll leichter. Die Großaktion Mosel CleanUp hatte am Samstag ihre nachhaltige Premiere.

(kaf) 10 000 Freiwillige haben rund 50 Tonnen Plastik, Schrott, Glas, Papier und Einwegmasken am Mosel-Ufer gesammelt (der TV berichtete).

Mehr als 60 Säcke voll Müll haben allein die 30 Helfer in Konz zusammengetragen. Die Freiwilligen – auch viele Eltern mit ihren Kindern, – starteten in Karthaus, um das Moselufer von der Staustufe bis zur Saarmündung zu säubern. Neben vielen gefüllten Tüten lagen auch Pampers, Blumenkästen, Fliesen oder Einmalgrills am Ende der dreistündigen Aktion auf mehreren Haufen entlang des Moselradwegs.

 Die DLRG Schweich hat dort organisiert, dass aus knapp 100 Teilnehmern zehn Teams gebildet wurden. Jedes Team hat einen anderen Abschnitt zugeteilt bekommen.
Die DLRG Schweich hat dort organisiert, dass aus knapp 100 Teilnehmern zehn Teams gebildet wurden. Jedes Team hat einen anderen Abschnitt zugeteilt bekommen. Foto: TV/DLRG Schweich/ Louis-Philipp Lang

  Besonders aktiv war auch die Stadt Trier, wo Umweltberater Johannes Hill gleich mehrere Gruppen koordinierte.

Die Gruppe Muslime für eine saubere Mosel sammelte mit im Bereich Trier-Nord mit 25 Personen 80 Kilogramm Müll. Über 70 Menschen trafen sich alleine auf der Römerbrücke, berichtet Koordinator Louis-Philipp Lang. Im Bereich von der Staustufe bis zur Kaiser Wilhelm Brücke habe die Gruppe in nur zwei Stunden mehrere Tonnen Müll gesammelt.

 Ein junger Teilnehmer hat in Trier dieses kuriose Stück gefunden.
Ein junger Teilnehmer hat in Trier dieses kuriose Stück gefunden. Foto: TV/DLRG Schweich/ Louis-Philipp Lang

Ein überparteiliches Bündnis aus Lokaler Agenda 21 Trier, der Universität, dem Exhaus und den Trierer Kanufahrern mit etwa 50 Helfern hat eine halbe Tonne Müll in und am Fluss gesammelt. Initiert hat das Bündnis Felix Dittrich, ein Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Bodenkunde an der Universität Trier. Er weiß, dass gerade die kleinen Zigarettenstummel ein großes Problem sind – der achtlose Umgang könne Böden und Gewässer mit Giftstoffen schwer belasten.

In Schweich hatte die DLRG die CleanUp Koordination übernommen und zehn Teams je einen Abschnitt zugeteilt. „Insgesamt waren wir knapp 100 Teilnehmer – viel viel mehr, als wir erwartet hatten“, sagt Leonie Willems, die sich mit der DLRG zusammengetan hat.

 Viel Müll haben die Freiwilligen am Trierer Moselufer gefunden.
Viel Müll haben die Freiwilligen am Trierer Moselufer gefunden. Foto: TV/DLRG Schweich/ Louis-Philipp Lang

Die Schweicher Rotarier engagierten sich im Abschnitt zwischen Mehring und Riol. Sie fanden die verrücktesten Fundstücke: Alte Inline-Skates, eine Matratze, Kleider-Tüten und eine metallene „5“. Am Ende der Sammelaktion trafen die Rotarier auf das Sammel-Team Riol, so dass der Mosel-Abschnitt Riol-Mehring komplett nahtlos gesäubert wurde.

Schon um 9.30 Uhr morgens trafen sich in Igel Helfer zum zweistündigen Einsatz. In Zusammenhang mit dem Mosel CleanUp hat der Ort auch den coronabedingt ausgefallenen Frühjahrsputz nachgeholt. Auch hier waren viele Kinder und Jugendliche dabei und Lehrerinnen und Eltern der Grundschule Igel.

 Fundstücke aus Schweich.
Fundstücke aus Schweich. Foto: TV/DLRG Schweich/ Louis-Philipp Lang

Auch in vielen anderen Orten gab es am Samstag Mosel CleanUps. Europa- und bundesweit war die Initiative, die zeitgleich auch den Rhine CleanUp und den CleanUp organisiert hat, sehr erfolgreich: Mehr als 30 000 freiwillige Helfer waren an Rhein und Mosel unterwegs. Insgesamt wurden bei diesen Aktionen rund 300 Tonnen Unrat eingesammelt.

„Es ist unverständlich und unverschämt, wenn Mitmenschen ihren Müll so ungeniert in die Natur werfen“, war die Reaktion der Sammler in Konz. Der Wunsch: Um die Vermüllung zumindest einzudämmen, fordern die Sammler Kontrollen und empfindliche Geldstrafen. Wichtig sei aber auch, Mitmenschen gezielt anzusprechen, wenn sie Müll in die Natur werfen und sie so auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen.

Der Termin für das nächste CleanUp an Rhein, Mosel und Ruhr steht bereits fest. Am Samstag, 11. September 2021 – dann auch an Main, Neckar, Lahn und Nahe. Wenn sich noch jemand von der Saar bei den Initiatoren meldet, vielleicht auch dort.