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71 Fragen für eine bessere Zukunft

71 Fragen für eine bessere Zukunft

Eine heute startende Befragung von 6000 Bürgern des Kreises soll Erkenntnisse liefern, wie die wohnortnahe Versorgung langfristig sichergestellt werden kann. Es geht um Schulen, Kitas, Geschäfte und Arztpraxen. Die Umfrage ist Bestandteil des vom Bund geförderten Projekts Moro.

6000 Erwachsene, die im Kreis Trier-Saarburg wohnen, werden heute oder spätestens morgen einen Fragebogen der Universität Trier in ihrem Briefkasten finden. Die Adressaten wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Alle ergeben - sieht man von Kindern und Jugendlichen ab - einen Querschnitt der Bevölkerung. Die Kreisverwaltung, die das Projekt zusammen mit der Uni Trier betreut, hofft, dass mindestens die Hälfte der Fragebogenempfänger 20 bis 30 Minuten ihrer Zeit opfern und die 71 Fragen beantworten. Die angestrebte Rücklaufquote von 50 Prozent plus x würde ausreichen, damit die Umfrage als repräsentativ für den ganzen Kreis eingestuft werden kann.

Die Mithilfe der 6000 Auserwählten könnte sich in der Tat lohnen. Denn die Erkenntnisse sollen in eine "Regionalstrategie Daseinsvorsorge" einfließen. "Das ist hochinteressant, wir erfahren, wo es Probleme gibt, und dann kann die Politik darauf reagieren", sagt Kreisplaner Joachim Maierhofer. Die Umfrage sei anonym, nur der Ort müsse angegeben werden.

Gefragt wird beispielsweise nach Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Schulen, dem Nahverkehrsangebot, Einkaufsmöglichkeiten sowie Arztpraxen und Apotheken. Die medizinische Versorgung in der Stadt Trier und im Kreis war bereits 2011 abgefragt worden; über die Ergebnisse, die in die Bewertung der aktuellen Umfrage einfließen sollen, wird der TV in einer der nächsten Ausgaben berichten.

Finanziert wird Moro, so die Abkürzung des "Aktionsprogramms regionale Daseinsvorsorge", überwiegend vom Bund. Der Kreis Trier-Saarburg (104 Gemeinden, 146 000 Einwohner) gehört zu 21 Modellregionen, die dank der Erkenntnisse aus Moro in die Lage versetzt werden sollen, dem demographischen Wandel wirksam zu begegnen. Über Lösungsansätze diskutieren Experten auch in Arbeitsgruppen (siehe Extra).

Erhalt einer gleichwertigen Versorgung in allen Teilen des Kreises - so lautet ein Projektziel (weitere im Extra). "Gleiche Lebensqualität soll aber nicht heißen, dass jeder Kreisbürger künftig in 15 Minuten zum Arzt kommen muss", sagt Planer Maierhofer, "es wird weiter Räume geben, die mehr boomen als andere."
Die Ergebnisse werden Anfang 2013 in Bürgerwerkstätten vorgestellt. Außerdem hat jeder Bürger die Möglichkeit, Ideen und Anregungen übers Internet ( www.dialog-trier-saarburg.de ) einzubringen. Weil die Infrastruktur in Schweich, Hermeskeil, Saarburg und Konz nicht mit der in ländlichen Regionen vergleichbar ist, werden Stadtbewohner zu einem späteren Zeitpunkt gesondert befragt.Meinung

Bitte ausfüllen!
Es gibt drei Arten von Umfragen, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt wurden. Erstens: Die Fragen sind so substanzlos, das man mit den Ergebnissen nichts anfangen kann. Zweitens: Mit den Ergebnissen sollte eigentlich nie etwas angefangen werden, weil das nur Aufwand macht und Geld kostet, man aber Aktionismus vortäuschen wollte. Drittens: Die Antworten landen in der Schublade und sind irgendwann Makulatur, weil nicht mehr aktuell. Diese Szenarien drohen bei der Moro-Umfrage nicht. Denn die Fragen sind wissenschaftlich fundiert, und alles, was mit den Antworten passiert, läuft unter öffentlicher Kontrolle. Man wird die Politiker daran messen, ob sie die richtigen Schlüsse ziehen, um uns in eine lebenswerte Zukunft zu führen. Aber erst mal brauchen sie Antworten. Deshalb: Bitte ausfüllen! a.follmann@volksfreund.deExtra

Arbeitskreis Bildungsregion: Schulentwicklung- und -struktur, außerschulische Weiterbildung, Fachkräftemangel Gesundheit/Pflege: Pflegestruktur, Ärztliche Versorgung, Rettungsdienste Familie: Kinderbetreuung, Ehrenamt Lebenswerte Dörfer: Wohnortnahe Versorgungsangebote, Siedlungsentwicklung, Mobilität alfExtra

Die Regionalstrategie des Kreises verfolgt folgende Ziele: Erhalt einer gleichwertigen Versorgung Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements Familienfreundlichkeit Soziale Integration verschiedener Bevölkerungsgruppen alf