730 000 Euro für bessere Chancen
Trier · Was geschieht mit den 730 000 Euro, die 2014 aus dem Europäischen Sozialfonds nach Trier fließen (der TV berichtete)? Der TV zeigt, wie damit Langzeitarbeitslosen und besonders Benachteiligten geholfen werden soll, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen.
Trier. Rund 260 Projekte zur Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen können von den rund 730 000 Euro finanziert werden, die das Trierer Jobcenter in diesem Jahr aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) erhält. Etwa 500 Teilnehmer profitierten davon, erklärt Marita Wallrich, Geschäftsführerin des Jobcenters Trier.
Einige dieser Maßnahmen finden unter dem Dach des Vereins Palais statt. "Ohne die europäischen Gelder wäre vieles von dem, was wir hier machen, nicht denkbar", sagt Reinhold Spitzley, Geschäftsführer des Palais. So kann der Verein dank der ESF-Mittel alleinerziehende Arbeitslose zu Hauswirtschaftern weiterbilden. Spitzley betont, dass die Zuwendungen keinesfalls "einfach so hereingesprudelt" kämen: Schon der Antrag auf Förderung eines Projekts sei sehr kleinteilig. "Und während der Laufzeit muss die projektgemäße Verwendung auch kleinerer Beträge mit Belegen nachgewiesen werden." Dafür hat Spitzley Verständnis. "Das sind schließlich Steuergelder, mit denen verantwortungsvoll umgegangen werden soll." Auch nach Abschluss eines Projekts werde noch mal überprüft - nämlich, ob vorher gesteckte Ziele auch eingehalten wurden. "Das ist wichtig, um auch im Folgejahr wieder bedacht zu werden." Dabei geschehe die Überprüfung nicht nur auf EU-, sondern auch auf lokaler Ebene: Schließlich finanziert der ESF ein Projekt immer nur höchstens bis zur Hälfte - den Rest muss die Kommune oder der Kreis stellen.
Bessere Verzahnung
Die strategischen Schwerpunkte, nach denen der ESF Mittel vergibt, werden in langjährigen "Förderperioden" festgelegt. Die Periode von 2007 bis 2013 legte den Fokus dabei auf Nachhaltigkeit und Chancengleichheit: So wurde den in vielen europäischen Ländern benachteiligten weiblichen Arbeitslosen bevorzugt geholfen sowie Maßnahmen gefördert. Auch Migranten, Senioren oder Behinderten sollte der Weg ins Berufsleben erleichtert werden. Mit der in diesem Jahr beginnenden und bis 2020 laufenden Förderperiode soll der ESF noch besser mit anderen Europa-Fonds verzahnt und besonders der Jugendarbeitslosigkeit gegensteuern. Dabei sollen innovative Ideen bevorzugt gefördert werden.
Zu den bereits bewilligten 730 000 Euro für die auslaufende Periode könnte sogar noch ein Nachschlag vom ESF kommen, erklärt Arge-Leiterin Wallrich: "Wir hoffen, dass wir im Sommer dieses Jahres weitere 150 000 Euro für die Verlängerung von Projekten erhalten werden."
Bundes- und Landesmittel hinzugezählt, stünden insgesamt 3,7 Millionen Euro für Eingliederungs- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie zur Förderung der Arbeitsaufnahme zur Verfügung. Dazu kommen noch Bundesmittel aus dem Sonderprojekt 50plus, die dem Jobcenter zur Verfügung stehen, um ältere Arbeitnehmer per Lohnkostenzuschüssen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Dass die Fördergelder auch tatsächlich ihren Zweck erfüllen, sieht Wallrich durch die Ergebnisse des Jobcenters für 2013 bestätigt: "Wir konnten 34 Prozent der Leistungsbezieher in versicherungspflichtige Beschäftigungen und Ausbildung vermitteln."