80 Chancen für junge Leute

Der Föhrener Unternehmer Manfred Arens will künftig in einem Ausbildungspark bis zu 80 benachteiligte junge Menschen in metallverarbeitenden Berufen ausbilden. Die Vorteile: Jugendliche mit Lernschwäche oder körperlichen Behinderungen erhalten eine Ausbildung, die Firmen profitieren von qualifizierten Facharbeitern.

Föhren/Hetzerath. Große Pläne hat Manfred Arens, Inhaber der Firma Armotec im Industriepark Region Trier (IRT) und Vorsitzender der Manfred-Arens-Stiftung. In fünf Jahren sollen in einem Ausbildungspark 60 bis 80 Jugendliche in den Berufen Konstruktionsmechaniker (früher: Schlosser) und Zerspanungsmechaniker für Dreh- oder Frästechnik ausgebildet werden. "Das ist ein sportliches Ziel", sagt Arens. Zumal der 59-jährige Unternehmer Jugendlichen eine Chance bieten will, die aufgrund ihrer schulischen Leistungen oder anderer Hemmnisse keine Chance haben, einen Ausbildungsplatz in diesen Berufen zu erlangen.
Sein Wunschtraum: Ein eigenes Gebäude im IRT, in dem die Jugendlichen unterrichtet werden. Die Kosten für Gebäude und Maschinen schätzt Arens auf rund sechs Millionen Euro. Mit dem Ausbildungspark schlägt der Unternehmer zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen kommen Jugendliche zu einer Ausbildung in einem Beruf, zu dem sie sonst keinen Zugang hätten. Des Weiteren beugt Arens, der selbst Dreher gelernt hat, dem drohenden Facharbeitermangel in diesen Berufen vor. "Das ist ein Pilotprojekt, das in ganz Deutschland Nachahmer finden könnte", sagt der ehrgeizige Unternehmer.
Arens hat bereits Erfahrung in der Ausbildung benachteiligter Jugendlicher. In einer speziellen Lehrwerkstatt des 50 Mitarbeiter zählenden Betriebs kümmert sich ein Facharbeiter extra um die derzeit 14 Auszubildenden. Nahezu täglich erhält einer der Jugendlichen separaten Unterricht, um den theoretischen Stoff der Berufsschule noch mal aufzuarbeiten. "Die Berufsschule ist für die meisten das größte Problem", sagt Arens. Er will bis übernächstes Jahr 30 Jugendliche gleichzeitig in seiner Lehrwerkstatt ausbilden.
Arens hat bereits andere Firmen mit ins Boot genommen: Für 820 Euro monatlich haben drei andere Unternehmen die Patenschaft für einen Auszubildenden übernommen und lassen ihn bei Arens\' Betrieb Armotec ausbilden. "Das ist für die Firmen 40 Prozent billiger, als wenn sie selbst ausbilden", sagt Arens. Der Unternehmer arbeitet auch mit der Meulenwald-Schule zusammen: Drei Jugendliche der Schule kommen für ein Quartal einmal wöchentlich zu einem Praktikum bei Armotec. Zeigen sie dabei Eignung und Interesse für einen der metallverarbeitenden Berufe, so haben sie gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz in der Lehrwerkstatt.
Die ersten Weichen für sein ehrgeiziges Ziel Ausbildungspark hat Manfred Arens in diesen Tagen gestellt. Er will sich aus dem operativen Geschäft der Armotec zurückziehen und sich auf die Stiftung konzentrieren. Neue Mitglieder im Vorstand der Stiftung sind Christiane Horsch, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Schweich, der Bundestagsabgeordnete Manfred Nink, Reinhard Müller, Geschäftsführer des IRT, und Josef Peter Mertes, ehemaliges Landtagsmitglied und bis 2011 Geschäftsführer der ADD in Trier.
Der Vorstand der Stiftung soll kurzfristig für die bevorstehenden Projekte von sechs auf neun bis elf Personen, der Stiftungsrat von drei auf fünf bis neun Personen aufgestockt werden. Die vordringlichste Aufgabe: die Stiftung und ihre Ziele bekanntermachen sowie weitere Paten für Auszubildende suchen. "Wir brauchen breitere Unterstützung", sagt Arens.
Extra

Die Manfred-Arens-Stiftung wurde 2008 von dem gleichnamigen Unternehmer gegründet. Sie will benachteiligte Jugendliche und jungen Erwachsene fördern, die aufgrund einer besonderen Benachteiligung nicht die Möglichkeit haben, eine Ausbildung zu absolvieren. Unternehmen können sich beteiligen, indem sie die Patenschaft für einen der Auszubildenden übernehmen. Eine weitere Möglichkeit, die Stiftung zu unterstützen, bietet der Förderverein der Stiftung. Privatleute und Unternehmen können hier mit einem individuellen Beitrag zur Ausbildung junger Menschen beitragen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.manfred-arens-stiftung.de cst

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