1. Region
  2. Trier & Trierer Land

80 Jahre und ein bisschen leiser: Ehemaliger Lokalpolitiker Manfred Maximin feiert am Samstag

80 Jahre und ein bisschen leiser: Ehemaliger Lokalpolitiker Manfred Maximin feiert am Samstag

80 zu werden und dabei ziemlich fit zu sein, das hätte sich Manfred Maximini nach dem frühen Tod seiner Eltern "früher nie träumen lassen". Am heutigen Samstag ist es so weit, doch groß gefeiert wird nicht. Maximini und seine Frau Marianne haben den Verlust ihrer im Oktober 2015 gestorbenen Tochter noch nicht verkraftet.

Trier-Kürenz. Feste feiern wie sie fallen: Das hat Manfred Maximini oft genug tun können. 40 Jahre lang war er Stadtratsmitglied und 32 Jahre Fraktionschef, dazu kommen 25 Jahre als Ortsvorsteher von Kürenz und mehr als ein halbes Leben als Vereins-Multifunktionär. Da gab's immer wieder reichlich Gelegenheit zum Anstoßen. Doch ausgerechnet der heutige Samstag, an dem der sonst so bürgernahe Maximini 80 wird, ist kein Tag für großes Händeschütteln und Schulterklopfen. "Wir treffen uns im engsten Familienkreis und sind am Wochenende auch gar nicht zu Hause", sagt der Jubilar und fügt fast entschuldigend hinzu: "Bitte nicht böse sein, aber es geht nicht anders."Trauriger runder Geburtstag


Es sei sein traurigster runder Geburtstag. Verständlich. Im Oktober 2015 ist Tochter Birgit gestorben. Das hätten seine Frau Marianne und er noch nicht verkraftet.
Dass er selbst einmal 80 würde, das hätte er sich früher nie träumen lassen. Vater Philipp starb mit 35, Mutter Gertrud mit 44 -"Und jetzt habe ich mehr Lebensjahre auf dem Buckel als beide zusammen."
Viele dieser Lebensjahre hat Manfred Maximini im Rampenlicht von Stadtpolitik und Vereinsleben gestanden, war "unser aller Manni". Bis 1992. Da verließ er die SPD, deren Zugpferd er war, im Zorn und startete mit seinem eigenen Politik-Verein, der Unabhängigen Bürgervertretung Maximini (UBM), durch. Die heißt nach einer zwischenzeitlichen Umbenennung in Freie Wählergemeinschaft Trier (FWG) seit Jahresbeginn Unabhängige Bürgervertretung Trier (UBT) und erfreut sich nach wie vor des Mitwirkens ihres Gründers und Ehrenvorsitzenden, wenn auch hinter den Kulissen, seit er zur Stadtratswahl 2009 nicht mehr angetreten ist. In Maximinis Arbeitszimmer in der Wohnung in der Kürenzer Straße Zum Schloßpark laufen nach wie vor die Fäden zusammen. Und jeden Montag nimmt Maximini an der Fraktionssitzung der Bürgervertretung teil. Er habe "das gute Gefühl, noch anerkannt zu sein, und dass auf meinen Erfahrungsschatz noch Wert gelegt wird".
Allerdings ist "spätestens 2019" auch damit Schluss: "Wenn es mir vergönnt ist, bin ich bis zum Ende der laufenden Stadtratsperiode noch beratend dabei, aber danach ganz sicher nicht mehr. Die neue UTB-Fraktion wird sicher andere Vorstellungen haben als ich."
Vor allem nicht mehr die viele Jahre beidseitig innig gepflegte Erbfeindschaft mit der SPD. Die hat auch Triers einstmals populärster Kommunalpolitiker längst ad acta gelegt. Altersmilde? "Das sicher auch, aber alles hat seine Zeit - auch die harte Auseinandersetzung." Die habe ihm vor 25 Jahren, als der vormalige Vorzeigesozialdemokrat schon auf dem Absprung stand, mehr zugesetzt, als er sich selber eingestehen wollte.Seit 1994 Rentner


Auch seine Frau Marianne und die Kinder Birgit und Lothar hätten damals sehr gelitten, "waren aber immer mein großer Rückhalt. Ohne meine Frau hätte ich vieles von dem, was ich erreicht habe, nicht realisieren können. Sie war nicht nur meine rechte Hand, sondern mein verlängerter Arm."
Zur politischen Zäsur kam 1994 die Auflösung des Standorts Trier der Auer Werke Trier. Personalchef Maximini wurde Frührentner - und stürzte sich noch tiefer ins Politikgeschehen.
Eines änderte sich nicht: "An möglichst jedem Tag, den Gott erschaffen", ist Maximini einer der ersten Besucher von - je nach Saison - Stadt- oder Nordbad. "Nicht als Schnellschwimmer, sondern als Gesundheitsschwimmer." Dieses Fitnessritual hat, davon ist er zutiefst überzeugt, großen Anteil daran, dass ich es geschafft habe, 80 zu werden.
Allerdings kam das frühmorgendliche Bahnenziehen in jüngerer Zeit etwas kurz. Maximini laborierte an Gelenkverschleiß in den Knien. Beide sind bereits operiert worden. Das rechte erfolgreich, mit dem linken muss er bald wohl noch einmal unters Messer.
Nicht oder nur eingeschränkt gehen zu können, ist für ihn ein "echtes Gräuel". Denn Spazierengehen, die wie er sagt, "altersgerechte Form des Wanderns", ist ihm eine Leidenschaft. Außerdem, und das sei viel wichtiger, will er für die fünf Enkel "beweglich bleiben". Die sind zwischen elf und 19 Jahre alt, drei von ihnen wohnen in Zewen, "und mit denen kann der stolze Großvater erfreulich oft etwas anstellen".
Würde Maximini seinen Geburtstag "groß feiern", dann hätte er auch Gäste aus den Reihen der einstigen politischen Widersacher eingeladen: "Mit vielen aus der SPD habe ich inzwischen wieder einen guten Kontakt. Außerdem schätze ich Oberbürgermeister Wolfram Leibe sehr."
Der nächste - halbrunde - Geburtstag ist schon in Sichtweite. Am 22. Februar wird Marianne Maximini 75. Doch auch dieses Jubiläum soll nur im engsten Familienkreis begangen werden.
Und was macht Manfred Maximini am 7. Januar 2022? Spontane Antwort: "Wenn's mir vergönnt ist, feiere ich dann meinen 85. - und gerne mit offener Tür für jedermann. Aber diesmal schaffe ich das nicht."