97 Minuten über 50 Jahre Biewer

97 Minuten über 50 Jahre Biewer

BIEWER. Zwei Jahre intensive Arbeit, unzählige Bilder und "Meter Film", jede Menge Begegnungen mit Menschen und Natur und sehr viel Spaß: So fassen Egon Thull und Wolfgang Leinen zusammen, was vor dem Film "Unser Biewer - damals und heute" stand.

Die beiden sind "echte Biewerer Jungen", kennen sich "seit Ewigkeiten" und teilen die Begeisterung fürs Fotografieren und Filmen. Und wer Egon Thull und Wolfgang Leinen im "Doppelpack" über die Arbeit am Biewer-Film reden hört, dem muss klar werden, dass sich da ein "Traumpaar" gefunden hat: Der eine knüpft nahtlos an das Schwärmen des anderen an, nennt einen Namen oder ein Datum, das dem Freund gerade nicht einfällt. Einer fotografiert, der andere filmt. Kein Wunder also, dass das Ergebnis des gemeinschaftlichen Wirkens ein interessanter und technisch auf höchstem Niveau anzusiedelnder 97 Minuten-Film über den Stadtteil Biewer ist. Etwas über "Biewer allgemein"

Nach Beiträgen über den Sport in Biewer und den berühmten "Sohn" des Stadtteils, Franz Grundheber, wollte das Duo etwas "über Biewer allgemein" produzieren. Auf die richtige Spur brachte sie ein Schwarz-Weiß-Film vom Ende der 40er Jahre, in dem August Dahm seinen Heimatort vorstellt. "Der Film war von so guter Qualität, dass wir ihn unbedingt verwenden wollten", erzählt Egon Thull. Als dann noch ein Super-8-Werk von Ernst Goldner aus den 60er Jahren auftauchte, war Thull und Leinen klar, dass sie das Erbe der beiden Vorgänger antreten wollten. Der Titel des Films "Unser Biewer ? damals und heute" kam über einen Aufruf auf der Homepage des Videostudios Trier zustande. Er verknüpft die beiden Filme, zahlreiche sehr alte Fotos und heutige Ansichten zu einem wunderbaren Portrait des Stadtteils und seiner Entwicklung. Längst können die Freunde ihre Arbeitsstunden nicht mehr überblicken. "Was wir alleine an Zeit gebraucht haben, um die Namen von Leuten aus den Filmen und von Fotos zu recherchieren", erinnert sich Egon Thull - und wirft gleich ein, dass er bei dieser Arbeit sehr viele Kontakte geknüpft hat. Und Filmer Leinen ergänzt, dass "wir allein 13 mal an den Biewerbach zwischen Aach und der Moselmündung mussten. Einfach weil oft das Wetter, das Licht oder die Situation nicht passte." Möglich ist ein derart aufwändiges Projekt natürlich nur mit genügend Freizeit. "Die haben wir, weil wir beide Rentner sind", sagen Egon Thull (61), ehemals Beamter der Wasserschutzpolizei, und Wolfgang Leinen (51), Ex-Kundenbetreuer des RWE Trier, wie aus einem Munde. Außer Zeit brauchten die Hobbyfilmer noch tatkräftige Unterstützung. Die leisteten einerseits die Kollegen Rüdiger Becker (Musik) und Konny Wysocki (Sprecher) vom Videostudio Trier. Andererseits halfen Sohn Leinen bei der Plakatgestaltung und Tochter Leonie beim Film-Vorspann. "Und ganz besonders wichtig war die Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Biewer", betont Wolfgang Leinen. Das Duo hätte weder im ehemaligen Luftschutzbunker noch in den Rotmaarhöhlen drehen können, hätte die Feuerwehr nicht für Licht gesorgt. Neben diesen beiden heute nicht mehr begehbaren Orten befasst sich "Unser Biewer" mit dem Stadtteil und seinen Bewohnern im Wandel der Zeit, mit den "Originalen" genau wie auch mit sämtlichen Prinzenpaaren seit 1950. Besonders eindrucksvoll stellt der Film in einer romantischen Reise von Aach bis zur Mosel den Biewerbach dar. "Dieser Teil des Films ist mein Favorit; was das Schneiden betrifft, war das die meiste Arbeit", erinnert sich Wolfgang Leinen. Von Arbeitsende kann für die beiden gar keine Rede sein, denn zum Jahresende kündigen die beiden Filmemacher bereits eine Fortsetzung an. "Wir haben so viel Material, dass wir in einem zweiten Teil genauer auf die Kultur, Künstler und Handwerker in Biewer eingehen wollen", verrät Egon Thull. Jetzt aber erwartet das Gespann Thull-Leinen zunächst mal gespannt den Tag der Vorstellung des fertigen Films. Mit dem Heimatpflegeverein Biewerer Haohnen und der TSG Biewer als Veranstalter findet die Premiere am Samstag, 6. März, in der Halle "Auf der Kipp" statt. Morgen: Mit 70 verschiedenen Erika-Sorten und einer speziell entwickelten Erde ist Ralf Hermesdorf Profi in Sachen Heidegärten.