Verkehr : Wer nicht reagiert, verliert vielleicht sein Auto

18 Monate hatten die Besitzer von Dieselfahrzeugen mit verbotener Abschaltung der Abgasreinigung Zeit, die illegale Software  löschen zu lassen. Diese Frist läuft im Juni ab, doch nicht jeder Betroffene hat reagiert. Jetzt greifen die Ämter ein.

Der Dieselskandal hat immer noch weitreichende Folgen. Wer einen VW, Skoda oder Audi der Baujahre 2009 bis 2014 mit dem EA 189-Dieselmotor besitzt, muss sich fragen, ob er einen Wagen mit einem Schummel-Motor fährt. Denn Millionen der TDI-Motoren mit 1,6, 2,0 und in geringerer Stückzahl auch 1,2 Litern Hubraum laufen mit einer Software, die die Abgasreinigung abschaltet. was natürlich verboten ist.

Der Fahrer und Besitzer kann nicht selbst feststellen, ob er einen dieser Motoren hat. Es bleibt nur die Fahrt zur Werkstatt. Wenn die Schummel-Software tatsächlich aktiv ist, muss sie durch ein legales Update überspielt und beseitigt werden.

Das ist im Großteil aller betroffenen Fälle längst geschehen. Elf Millionen Autos sind weltweit betroffen, in Deutschland sind es rund 2,5 Millionen. Mehr als 95 Prozent der Besitzer haben ihre Fahrzeuge nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums bereits umrüsten lassen. Wer das noch nicht getan hat und auch nicht tun will, dem droht in letzter Konsequenz die amtliche Stilllegung seines Wagens.

Die Kraftfahrzeugzulassungsstelle in Trier ist zuständig für die Stadt Trier und den Landkreis Trier-Saarburg. Michael Schmitz, Sprecher der Stadtverwaltung, erläutert auf Anfrage des TV die aktuelle Lage.

Die Zulassungsbehörde Trier hat bisher 77 Fahrzeughalter in Stadt und Kreis aufgefordert, die nicht zulässige Abschalteinrichtung beseitigen zu lassen. „Davon haben 24 den Nachweis erbracht, dass der Mangel inzwischen beseitigt wurde“, sagt Schmitz.

21 haben auf die Aufforderung noch nicht reagiert. Neun Fahrzeughalter haben einen Termin in ihrer Werkstatt, 23 haben Widerspruch gegen die Aufforderung eingelegt.

Wie sieht es in anderen Teilen des Landes Rheinland-Pfalz aus? Die Städte Mainz, Koblenz und Ludwigshafen haben erste Stilllegungsverfügungen an Autobesitzer verschickt, die das vorgeschriebene Software-Update nicht haben aufspielen lassen. Nach Angaben der Stadt Mainz wurden bisher 30 Fahrzeughalter von der Kfz-Zulassungsstelle per Post aufgefordert, ihre Fahrzeuge innerhalb von vier Wochen nachrüsten zu lassen. Zwölf hätten sofort reagiert, bisher habe ein Auto stillgelegt werden müssen. Bei sieben Dieselbesitzern läuft noch ein so genanntes Anhörungsverfahren, bei dem die Behörden die Umstände in jedem Einzelfall prüfen. In Koblenz wurden 15 Stilllegungsverfügungen für Fahrzeuge der Marken VW, Audi und Skoda erlassen.

Was geschieht, wenn ein betroffener Besitzer eines Schummel-Motors alle offiziellen Aufforderungen ignoriert und hofft, die Lage aussitzen zu können? Diese Taktik hat nach aktuellem Stand der Dinge keine Aussicht auf Erfolg. Die zuständige Kfz-Zulassungsstelle wird ihn oder sie noch einmal anschreiben und damit eine letzte Frist setzen. Wenn diese auch verstreicht, ohne dass eine Reaktion erfolgt, kann das Amt das Auto aus dem Verkehr ziehen.