Ab 16. Oktober umsteigefrei nach Berlin

Trier · Während die Deutsche Bahn die Region Trier nach und nach abkoppelt, boomt der Fernbus-Markt. Am 16. Oktober startet das Kooperationsprojekt MeinFernbus eine tägliche Direktverbindung nach Berlin.

 Mit Setra-Doppelstock-Bussen wird die am 16. Oktober startende MeinFernbus-Linie Trier-Berlin gefahren. Der erste Direktbus von Berlin nach Trier fährt am 17. Oktober, 8 Uhr, ab Messegelände. Foto: Verena Brandt/MeinFernbus

Mit Setra-Doppelstock-Bussen wird die am 16. Oktober startende MeinFernbus-Linie Trier-Berlin gefahren. Der erste Direktbus von Berlin nach Trier fährt am 17. Oktober, 8 Uhr, ab Messegelände. Foto: Verena Brandt/MeinFernbus

Trier. Stadtwerke-Verkehrschef Frank Birkhäuer ist sehr stolz auf seine neue Errungenschaft und bedauert, sie noch nicht vorzeigen zu können: "Die zwei Setra-Doppelstockbusse stehen kurz vor der Auslieferung und müssen dann noch grün lackiert werden." Aber dem Startdatum 16. Oktober stehe nichts im Weg: Am kommenden Mittwoch fährt um 8.05 Uhr der erste der beiden Busse vom Trierer Bahnhofsplatz nach Berlin. Umsteigefrei. Damit beginnt ein neues Kapitel im gemeinsamen Fernbus-Engagement von Stadtwerken und dem luxemburgischen Unternehmen Voyages Emile Weber. Beide betreiben seit März 2012 den DeLux-Express, der dreimal täglich über Kaiserslautern und Mainz nach Frankfurt und zurückfährt.
Seit vier Monaten ist DeLux (Geschäftsführer: Frank Birkhäuer) Partner des Marktführers MeinFernbus - und seither läuft\'s "besser denn je": Dank Anbindung ans bundesweite Fernbusnetz mit garantierten Anschlüssen und gemeinsamen Tickets habe sich die Nachfrage "prächtig entwickelt". Die Zahl der Fahrten, an denen die 44 Passagierplätze schon vorzeitig ausgebucht sind, steige. Derzeit befördert der DeLux-Express im Durchschnitt täglich 170 Fahrgäste zwischen Trier und Frankfurt. "Viele von ihnen wollen weiter nach Berlin oder von dort kommend nach Trier", weiß Birkhäuer. Ab 16. Oktober geht das umsteigefrei, indem die täglich erste DeLux-Tour mit Doppelstock-Bussen (78 Plätze) gefahren und zum Messegelände Berlin verlängert wird. Zwischen Frankfurt und der Hauptstadt gibt es nur einen Stopp an einem Autobahnrastplatz, um die Lenkzeitvorschriften einzuhalten. Die Direktverbindung verkürzt die Fahrzeit von bis zu 13 auf künftig gut zehn Stunden. Frühbucher zahlen 28 Euro, maximal kostet das Ticket 58,50 Euro (Infos: www.meinfernbus.de )
Sollte die Verbindung nach Berlin gut angenommen werden ("Woran ich keinen Zweifel habe"), will Birkhäuer im nächsten Schritt eine Linie "in Richtung Norden" anpeilen. Grund: "Ausschließlich Regionalverkehr war gestern. Heute wollen wir zusätzlich den Raum Trier per Bus an Ballungsräume anbinden."
Außer den Stadtwerken und Voyages Emile Weber bieten zwei weitere Unternehmen Fernbusverbindungen von und nach Trier an.
Likaliner (Wittlich) fährt mittwochs, freitags und sonntags je eine Tour nach Köln ( www.likaliner.de ).
DeinBus.de (Offenburg) steuert zehnmal wöchentlich Freiburg an (über Saarbrücken, Offenburg und Kehl; www.deinbus.de )
170 Betreiber von Fernbussen gibt es derzeit in Deutschland. Im November kommen der Automobilclub ADAC und die Deutsche Post dazu. Ihr ADAC-Postbus fährt auf zunächst fünf Strecken und verbindet 24 Städte. Trier ist noch nicht dabei.Meinung

Der Intercity auf der Autobahn
Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin! Klingt gut, ist aber von Trier aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln derzeit schwer zu bewerkstelligen und umsteigefrei schon gar nicht. Bis vor einigen Jahren ging es per täglich verkehrendem Intercity-Express, dem nach seinem Initiator benannten "Kaster-Transport", tatsächlich in "einem Zug" in die Hauptstadt. Doch inzwischen koppelt die Deutsche Bahn den Raum Trier zunehmend vom Fernverkehr ab. Ab Herbst 2014 sollen nur noch Regionalzüge rollen. Gut möglich, dass sich die Bahn mit dieser Rückzugsstrategie für viele potenzielle Kunden komplett überflüssig macht. Denn der Fernbus-Boom beschert dem Raum Trier ungeahnte neue Perspektiven, und das zu Preisen, von denen Bahnkunden bislang nur träumen konnten. Die Bahn macht mobil - das war gestern, wenigstens aus Trierer Betrachtung und in überregionaler Hinsicht. Künftig rollt der Intercity-Express auf der Autobahn. r.morgen@volksfreund.de

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