Ab Juni kann gerodelt werden

Das Projekt "Freizeitsee Triolago Riol" nimmt weiter Form an: Die Sommerrodelbahn und ihre Talstation sollen schon im Frühsommer in Betrieb gehen. Zudem laufen Verhandlungen mit Investoren für ein zusätzlich geplantes Seehotel.

Riol. "Was ist das für ein Gebilde aus Edelstahl und Holz, das sich oberhalb des Rioler Freizeitsees durch den Wald schlängelt?" Diese Frage mag sich der eine oder andere Besucher in den vergangenen Wochen in Riol gestellt haben. Die Antwort: Dort entsteht seit Juli 2009 eine Sommerrodelbahn der Bauart "Alpine Coaster". Nach der wetterbedingten Baupause bis Mitte März wird wieder täglich am Römerberg montiert.

Rasanter Spaß auf 1170 Metern Länge



Mitarbeiter der Firma Wiegand aus Rasdorf bei Fulda bauen an einem Lift und einer Riesenrutsche. Mit dem Lift sollen die Sommerrodler 480 Meter bergauf gezogen werden und auf der Bahn wird es dann im Zweisitzer-Schlitten wieder durch den Wald bergab gehen. Insgesamt 1170 Meter lang ist dieser Spaß.

Besonders rasant wirken drei große Kreisel, die sich teilweise bis zu sechs Meter über den Boden erheben. Die Konstruktionen lassen bereits erahnen, dass dort der Rodelspaß besonders groß sein wird. Endstation ist in der Talstation, deren Richtfest Ende Januar gefeiert wurde.

Zur Talstation gehört neben dem Schlittenbahnhof ein Gastronomiebetrieb mit Terrasse, Gästezimmern und ein hochwassergeschützter Lagerraum.

"Am ersten Juniwochenende werden wird eröffnen", sagt Gabriele Becker, Geschäftsführerin des Investors Becker Freizeitsee GmbH. Ursprünglich war die Eröffnung der Riesenrutsche für April 2009 geplant. Der Grund der 14-monatigen Verzögerung: Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) in Mainz hatte Ende 2008 erst einmal die notwendige Landesbürgschaft für die Sommerrodelbahn abgelehnt. Die Bahn rechne sich nicht, lautete damals die Begründung. Daraufhin hatte Investor Günter Becker mit dem Aus gedroht, falls kein Ja aus Mainz kommen würde. Seine Begründung: Diese Sommerrodelbahn sei unabdingbar, um die angestrebte Besucherzahl von 5000 an den Wochenenden nach Riol zu locken. Ein zweiter Antrag war schließlich erfolgreich.

Insgesamt kostet die Sommerrodelbahn mit Talstation laut Becker rund vier Millionen Euro. Sie ist ein Baustein der Freizeitsee-Anlage "Triolago". Das Kernstück ist ein rund 15 Hektar großer Badesee mit Wasserski-Seilbahn, der aus einer Kiesgrube entsteht. Weitere Bestandteile sind ein geplantes Seerestaurant am Badestrand sowie ein Seehotel am Rand des Neubaugebiets "Hinter Difenis".

Das insgesamt zwölf Millionen Euro teure Seeprojekt ist eine Gemeinschaftsaufgabe der Becker Freizeitsee GmbH und der Ortsgemeinde Riol.

Der Bau des Seehotels soll an einen externen Bauherrn vergeben werden. "Wir sind in den Verhandlungen mit möglichen Investoren", sagt Ortsbürgermeister Arnold Schmitt. Ein Interessent komme aus Düsseldorf. Indes wartet Günter Becker auf die Badegenehmigung für die Saison 2010 aus Mainz.