Abenteuer im Saarland

TRIER. (red) Unter dem Motto "Villa-Abenteuer" starteten 17 chronisch kranke Kinder und Jugendliche mit vier Betreuern der Villa Kunterbunt zu einer dreitägigen erlebnispädagogischen Freizeit ins Saarland.

Auf dem Programm der Freizeit standen Abenteuerspiele, Klettern an einem Zehn-Meter-Turm und Kanu fahren auf dem Bostalsee. Die Teilnehmer der Freizeit hatten Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Mukoviszidose, Krebs oder chronisch entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen. Neben Badezeug und Sportsachen gehörten das Blutzuckermessgerät, Spritzen, Insulin, das Inhaliergerät oder Medikamente mit ins Reisegepäck. Denn das Klettern und das Paddeln über den Bostalsee verhießen Anstrengung. Bleibt der Blutzucker stabil? Reicht die Luft bis ganz hinauf zur Turmspitze? Fragen, die sich die Kinder stellen mussten. Sie konnten zeigen, wie zuverlässig und routiniert sie mit ihrer Erkrankung umgehen können. Die fachgerechte Betreuung dieser Aktivitäten und die dazu nötige Ausrüstung wie Helme, Seile, Karabiner und Boote leistete das "Erlebnispädagogische-Zentrum-Saar". Es wurde von der saarländischen Landesregierung mit dem Ziel "Sport und Prävention" für Schulklassen, Vereine und Einrichtungen der Jugendhilfe gegründet. Unterstützt von drei Betreuern des "Erlebnispädagogischen-Zentrum-Saar", konnten die Jugendlichen sich in ungewöhnlichen Sportarten ausprobieren, Spaß haben und eigene Grenzen überwinden lernen. "Schaffe ich noch einen Meter weiter, obwohl gerade kein Griff in Reichweite scheint?" "Bin ich wirklich sicher am Seil, wenn ich mich nicht mehr halten kann und abstürze?" Entscheidend bei alldem war Teamarbeit: Ohne einen aus der Gruppe, der sichert, geht keiner an den Kletterturm. Im Mannschaftsboot ging es darum, einen schlagkräftigen Rhythmus zu finden, um das andere Ufer zu erreichen. Als Spaßfaktor waren Wasserpistolen mit an Bord. Das Wetter spielte mit und bescherte den Teilnehmern drei sonnige Tage. Für Spaß und Abenteuer sorgten die Jugendlichen selbst. Lange Gesichter gab es, als der Bus wieder Richtung Heimat fuhr. "Ach, wenn's doch nicht schon vorbei wäre", dachte so mancher.