Abfallwirtschaft und gebühren: Das ändert sich beim Müll

Kostenpflichtiger Inhalt: Abfallwirtschaft : Das ändert sich beim Müll in Trier und Trier-Saarburg

Wer seine Tonne alle 14 Tage leeren lässt, zahlt deutlich mehr. Zusatztermine werden auch beim Sperrmüll teuer.

Die Jahresgebühr für die graue Restmülltonne soll 2020 sinken – gleichzeitig sind aber pro Jahr nur noch 13 Leerungen im Vier-Wochen-Rhythmus statt 26 Leerungen alle 14 Tage inklusive. Jede zusätzliche Leerung soll künftig 9,66 Euro extra kosten. Gezählt werden die Leerungen per Computerchip, mit dem alle Restmülltonnen ausgerüstet wurden. Die Grundgebühr für die Nutzung einer 80-Liter Tonne kostet künftig in Trier und Trier-Saarburg einheitlich 78,44 Euro (bisher Trier: 101,88 Euro, Landkreis: 89,28 Euro), für eine 120-Liter-Tonne 100,75 (bisher Trier: 136,20 Euro, Kreis: 123,60 Euro) und für eine 240-Liter-Tonne 182,24 Euro (bisher Trier: 265,44 Euro, Kreis: 240,24 Euro). Wer meint, mit einer größeren Tonne als er bislang nutzt, mit dem künftigen Vier-Wochen-Rhythmus besser zurechtzukommen, dem bietet die ART einen kostenlosen Tonnenwechsel an.

Bei Mehrfamilienhäusern will die ART neue Systeme ermöglichen, bei denen etwa per Computerchip exakt erfasst werden kann, welche Familie wie viel Müll in die Sammelcontainer einfüllt. So könnte die Müllgebühr auch bei Mehrfamilienhäusern gerecht nach Mengen und Mietpartei aufgeteilt werden.

Zusatzleerungen Die Müllwagen fahren weiter im 14-Tage-Rhythmus ihre Touren. Wer will, kann seine Tonne also weiterhin häufiger leeren lassen als nur alle vier Wochen – muss dafür dann aber deutlich mehr zahlen (siehe Grafik).

Abrechnung Die zusätzlichen Leerungen werden jeweils Anfang des Folgejahres den Hauseigentümern zusammen mit der Grundgebühr für das dann neue Jahr in Rechnung gestellt. Hauseigentümer können den Betrag dann gegebenenfalls ihren Mietern in Rechnung stellen. Und zwar auch, wenn diese schon ausgezogen sind: Nebenkostenabrechnungen dürfen bis Ende des darauffolgenden Jahres auch ehemaligen Mietern gestellt werden.

Hol- und Bringservice Bislang hat die ART in Trier auch für kleine Hausmülltonnen angeboten, dass die Müllwerker die Behälter an den Straßenrand und später wieder zurück an ihren üblichen Stellplatz rollen. Dieser Service ist künftig nicht mehr inklusive, kann aber für 40,04 Euro pro Jahr gebucht werden. Die Zusatzleistung ist allerdings nur möglich, wenn man seine Tonne alle 14 Tage leeren lässt – also 13 zusätzliche Leerungen á 9,66 Euro in Anspruch nimmt. Laut ART ist der Hol- und Bringservice, der bisher in der Grundgebühr in Trier inkludiert war, allerdings von rund 40 Prozent der Haushalte ohnehin nicht in Anspruch genommen worden – möglicherweise weil diesen Trierern gar nicht bewusst war, dass es den Service gibt. Bislang finanzieren diejenigen, die ihre Tonnen selbst an die Straße und zurück stellen, für die übrigen 60 Prozent den Hol- und Bringservice über die Grundgebühr mit.  Im Landkreis ist dieser Service nur für Tonnen von 770 bis 1100 Liter möglich – und künftig nur gegen 40,04 Euro Extra-Gebühr.

Sperrmüll konnten Haushalte bislang bis zu 13 Mal pro Jahr zum Abholen bei der ART anmelden – je nach Verfügbarkeit und bereits geplanten Touren der Sperrgutwagen. Ab Januar 2020 sollen in der Grundgebühr in Stadt und Landkreis nur noch vier Sperrmüll-Abholtermine inklusive sein.

Weitere Sperrmüll-Termine können individuell vereinbart werden gegen eine Zusatzgebühr von 41,67 Euro.

Grünschnitt wird in Trier und in Trier-Saarburg auch weiterhin 13 Mal pro Jahr abgeholt, ohne zusätzliche Kosten zur Jahresgrundgebühr. Auch hier können allerdings weitere Abfuhren mit dem Zweckverband ART vereinbart werden – gegen eine Extragebühr von 10,70 Euro je Abfuhr.

Altpapier und Gelber Sack: Es bleibt alles beim Alten – Abholung einmal im Monat ohne Extrakosten.

Deponie Mertesdorf Wer Hausmüll, unbelasteten Erdaushub oder gemischte Bauabfälle bei der ART-Mülldeponie in Mertesdorf (Verbandsgemeinde Ruwer) selbst anliefern will, muss dafür ab Januar 2020 jeweils geringfügig mehr pro Kilo beziehungsweise Kubikmeter zahlen als bisher – die Gebühren dafür wurden allerdings zuletzt auch erst 2017 angehoben. Für angelieferte Abfälle, deren Entsorgung aufwendig ist – zum Beispiel Asbest und Abfälle mit künstlichen Mineralfasern sowie Dämmmaterial – sollen die Gebühren ab Januar allerdings kräftig steigen, um knapp 32 bis knapp 48 Prozent.

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