Abgaben sinken, Preis bleibt gleich

Abgaben sinken, Preis bleibt gleich

TRIER. Trier ist keine Großstadt. Den Oberbürgermeister ärgert es, weil es dadurch weniger Steuern und Zuschüsse vom Land gibt. Die Bürger könnte es freuen. Weniger Einwohner bedeuten auch weniger Abgaben der Stadtwerke und damit eigentlich auch billigeren Strom. Zumindest theoretisch.

Der Strom in Trier wird im nächsten Jahr teurer. Um 3,6 bis 8,8 Prozent werden die Stadtwerke ihre Preise erhöhen (der TV berichtete). Und das, obwohl ihre Ausgaben gesunken sind. Weil Trier im vergangenen 157 Einwohner fehlten, um die 100 000-er-Marke zu knacken, und damit die Stadt mal wieder offiziell keine Großstadt ist, sinkt automatisch auch die Konzessionsabgabe des Stromversorgers. Mit dieser Abgabe zahlen die Stadtwerke die Nutzung der städtischen Straßen zur Verlegung und Wartung des Stromnetzes. Diese Betriebs- und Wege-Abgabe beträgt derzeit 1,59 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde Strom. Liegt die Einwohnerzahl Triers über 100 000 müssen die Stadtwerke 1,99 Cent an das Rathaus zahlen. Bei rund 67 000 Stromkunden sparen die Stadtwerke derzeit rund 600 000 Euro. Geld, das sie eigentlich an ihre Gebührenzahler in Form günstigerer Tarife zurückgeben könnten. Das, so Thomas Wassmuth, zuständiger Abteilungsleiter bei dem kommunalen Stromversorger, sei bei den derzeitigen hohen Beschaffungskosten aber nicht drin. Die Stadtwerke müssten immer mehr für den Strom bezahlen, den sie von den großen Energiekonzernen kaufen. Da könne man mit dem Preis nicht runter, sagt Wassmuth. Die Konzessionsabgabe ist allerdings im durchschnittlichen Strompreis von knapp 17 Cent pro Kilowattstunde, den die Stadtwerke-Kunden bezahlen, enthalten. Genau wie die Mehrkosten der Stromversorger durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, mit dem alternativer Strom aus Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse gefördert wird. 0,67 Cent pro Kilowattstunde und Kunde sind dafür fällig. Die Kunden bezahlen also die Abgaben der Stadtwerke. Und obwohl die Konzessionsabgabe in diesem Jahr geringer ausfällt, wird dies nicht an die Verbraucher weitergegeben Warten auf die Zweitwohnsitz-Steuer

Bis Ende des Jahres bleibe der Strompreis stabil, heißt es. Und außerdem, so die Argumentation der Stadtwerke, erwarte man, dass mit der Einführung der Zweitwohnsitzsteuer die Konzessionsabgabe wieder auf 1,99 Cent pro Kilowattstunde steigen werde. Mit dieser Steuer will die Stadt vor allem an Studenten ran. Viele, die hier an Uni oder Fachhochschule studieren, sind gar nicht in Trier angemeldet oder haben nur einen Zweitwohnsitz. Die zählen aber nicht in der offiziellen Einwohnerstatistik und für die gibt es auch keine Zuweisungen des Landes. Bei der Stadt hofft man so auf einen Schlag 1500 Neubürger zu gewinnen und damit stabil über der 100 000-er-Marke zu liegen.Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Schreiben Sie uns. Ihre Zuschrift sollte maximal 30 Zeilen à 30 Anschläge lang sein und bis heute, 14 Uhr, vorliegen. Fax: 7199439; E-Mail: echo@volksfreund.de

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