Abschied von einem großen Historiker

Abschied von einem großen Historiker

Trier trauert um einen großen Historiker: Im Alter von 98 Jahren ist Richard Laufner, langjähriger Direktor der Stadtbibliothek und produktiver Autor, gestorben.100 hatte er werden wollen, und wenn man einem Trierer Wissenschaftler zutraute, ein dreistelliges Lebensalter zu erreichen, dann ihm.

Bis weit in seine Neunziger hinein spielte Richard Laufner regelmäßig Tennis. Überhaupt war der gebürtige Wiener auch wegen seiner zuvorkommenden, höflichen und fröhlichen Art eine außergewöhnliche Erscheinung. Sein "geliebtes Trierer Mädchen" (Anna-Katharina, geborene Kuhnen), das er 1943 in Königsberg kennengelernt hatte, heiratete er 1946 in dessen Heimatstadt und heuerte als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bischöflichen Archiv an. 1981 ging Laufner nach 30 Jahren in Diensten der Stadtbibliothek (davon 18 als Direktor) in Ruhestand, freilich ohne sich aufs Altenteil zu begeben. Er publizierte weiter eifrig. 1987 wurde er für seine großen Verdienste um die geschichtliche Landeskunde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Seine angeschlagene Gesundheit erlaubte es ihm nicht mehr, am 14. November als Ehrengast an der Wiedereröffnung der Schatzkammer der Stadtbibliothek teilzunehmen. Nun ist er im Kreis seiner Familie friedlich eingeschlafen. rm.

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